Dresden (dpa/sn) - Nach der Tötung seiner beiden Kinder soll ein 55-jähriger Mann auch versucht haben, seine Ehefrau zu ermorden.

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Am Freitag wurde die 27 Jahre alte Senegalesin im Schwurgerichtsprozess am Landgericht Dresden vernommen. Dort muss sich der geborene Franzose wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes und mehrerer Drogendelikte verantworten. Das Ehepaar lebte getrennt, die Kinder waren bei dem Vater zu Besuch.

Die Mutter der zwei Jahre alten Tochter und des fünfjährigen Sohnes berichtete, dass der Angeklagte sie in seine Wohnung in der Dresdner Neustadt gebeten habe, als sie ihm am Abend des 9. Mai 2019 ein Kuscheltier bringen wollte. Als sie dann in das Haus trat, habe er ihr mit einem harten Gegenstand in den Nacken geschlagen und sie gewürgt. "Du wirst heute sterben", habe er ihr gesagt. Dann sei sie bewusstlos geworden.

Laut Anklage hatte der Mann die Kinder zuvor in seiner Wohnung erwürgt und ihnen Bauschaum in die Mundhöhle gespritzt. Damit habe er sichergehen wollen, dass sie sterben. Polizisten fanden die leblosen Kinder unter einer Decke im Doppelbett des Angeklagten versteckt. Der 55-Jährige hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Ein langjähriger Freund und Nachbar des Mannes hatte zuvor ausgesagt, dass der Angeklagte seine Frau früher bereits geschlagen hatte. Er sei sehr eifersüchtig gewesen und habe alles kontrollieren wollen. Die Mutter berichtete Ähnliches. Schon nach der Geburt des Sohnes sei es häufig zu Streit gekommen. Sie sei von ihrem Mann auch in der Wohnung eingeschlossen worden.

Nach den Aussagen der Frau hatte sie ihren späteren Ehemann in ihrem Heimatland kennengerlernt. Später seien sie nach Frankreich geflogen und ihr Mann habe ihr offenbart, eigentlich in Deutschland zu leben. Im März 2018 soll die Frau in ein Frauenhaus gegangen sein, bevor sie eine eigene Wohnung bekam. Streit gab es wohl auch auf dem Familiengericht wegen des Umgangsrechts für die Kinder.

Die Frau war nach der Tat stationär in einer psychiatrischen Klinik und wird nach eigenem Bekunden nach wie vor therapiert. Am Prozess nimmt sie als Nebenklägerin teil. Das Gericht hat zunächst acht Sitzungstage bis Mitte März geplant.  © dpa

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