Bukarest/Bothel (dpa/lni) - Nach Misshandlungsvorwürfen in einem rumänischen Heim für auffällige Jugendliche aus Deutschland hat die rumänische Staatsanwaltschaft am Freitag 14 Menschen angeklagt.

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Dazu zählen der deutsche Heimleiter und dessen Ehefrau, wie die Sondereinheit für Organisierte Kriminalität (DIICOT) in Bukarest mitteilte. Den Angeklagten wird demnach unter anderem vorgeworfen, von 2014 bis August 2019 eine kriminelle Gruppe zum Zwecke des Handels mit Minderjährigen, der illegalen Freiheitsberaubung, der Geldwäsche und des Amtsmissbrauchs gebildet zu haben. Der Prozess soll demnächst in der nordrumänischen Stadt Baia Mare beginnen.

In das Heim hatten deutsche Behörden schwierige Jugendliche zum Zwecke der Wiederintegration in die Gesellschaft geschickt. Vermittelt wurden sie vom Jugendhilfeträger Wildfang in Bothel (Landkreis Rotenburg). Nach weiteren Festnahmen in Rumänien hatte Wildfang erklärt, die Zusammenarbeit mit dem Projekt Maramures ruhe bis zur vollständigen Aufklärung der Vorwürfe.

Die Ermittlungen hatten Ende August 2019 angefangen, nachdem einer der in dem Heim im nordrumänischen Dorf Viseu de Sus untergebrachten Jugendlichen Anzeige erstattet hatte. Er warf den Betreibern unter anderem vor, die Jugendlichen auf Bauernhöfe geschickt zu haben, wo diese wie Sklaven hätten arbeiten müssen. Die Betreiber hätten zudem dafür gesorgt, dass ihre Schützlinge keinerlei Kontakt zur Außenwelt hatten. Laut Ermittlungen von DIICOT hatten die Betreiber Komplizen in rumänischen Behörden gehabt, die ihnen halfen, ihre illegalen Praktiken zu vertuschen.  © dpa

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