Berlin (dpa/bb) - In Berlin nimmt der Anteil der Unternehmen mit einem Tarifvertrag für die Beschäftigten weiter ab.

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Im vergangenen Jahr lag die Tarifbindung in der Hauptstadt bei 16 Prozent, wie aus dem aktuellen Betriebspanel hervorgeht, das die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales am Mittwoch vorgestellt hat. "In diesen Betrieben mit Tarifvertrag arbeiteten 44 Prozent aller Berliner Beschäftigten", heißt es in der Umfrage, die der Senat jedes Jahr bei Unternehmen in Berlin durchführt. Noch vor fünf Jahren lag die Tarifbindung bei rund 20 Prozent in den Betrieben und betraf rund 50 Prozent der Beschäftigten.

Zwar ist der abnehmende Trend nicht nur in Berlin zu beobachten, allerdings liegt der bundesweite Durchschnitt mit 26 Prozent bei den Betrieben deutlich höher als in Berlin.

Gründe dafür könnten laut den Autorinnen und Autoren der Umfrage die Größe sowie das Alter der Betriebe sein. Bei Großbetrieben mit mehr als 250 Beschäftigten liegt die Tarifbindung demnach bei mehr als 70 Prozent. Bei Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten liegt dieser Wert bei lediglich zwölf Prozent. Dabei machen sie 71 Prozent aller Firmen in Berlin aus.

Ähnlich sieht es beim Alter aus: Mehr als jedes dritte Unternehmen in der Hauptstadt ist laut Panel nach 2010 gegründet worden. Auch hier gilt: Je jünger ein Betrieb, umso schlechter die Tarifbindung.

Zudem wird die Branchenstruktur in Berlin durch Betriebe aus den Bereichen Dienstleistungen, Information/Kommunikation sowie Handel und Reparatur geprägt. Alle drei Sektoren zeichnen sich ebenfalls dadurch aus, dass sie tariflich nur schwach aufgestellt sind.

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