Schulstart und Bundesliga-Beginn: Markus Söder findet eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien während der Corona-Pandemie bedenklich.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht einer Rückkehr von Fußball-Fans in die Bundesliga-Stadien zum Saisonstart äußerst kritisch gegenüber.

"Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervorragend. Aber bei vollen Stadion zum Bundesliga-Start bin ich außerordentlich skeptisch. Ich kann es mir derzeit nicht vorstellen", sagte der Ministerpräsident am Montag in Nürnberg. "Es ist auch nicht klug, wenn wir Schulstart haben, wenn wir beginnenden Herbst haben, zu überlegen, dass wir dann zusätzlich 20.000, 25.000 Leute in den Stadien haben", sagte Söder.

In der letzten August-Woche werde er versuchen, in Abstimmung mit dem Bund eine Ministerpräsidentenkonferenz zum Thema Bundesliga abzuhalten, sagte Söder nach einer außerplanmäßigen Videokonferenz seines Kabinetts. "Ich kann mir vielleicht im Laufe der Saison, aber nicht zum Bundesliga-Start volle Stadien vorstellen."

DFL-Konzept: Fans ja, aber nicht bei Stehplätze, ohne Alkohol und Gästefans

Die Bundesliga startet am dritten September-Wochenende in die neue Saison. Das Konzept der Deutschen Fußball Liga für eine mögliche Rückkehr sieht eine zunächst reduzierte Rückkehr der Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästefans vor. Tickets sollen nur personalisiert vergeben werden. Damit soll das Infektionsrisiko in der Corona-Pandemie verringert werden. Das DFL-Konzept hatte Anerkennung bekommen, es hatte aber auch Kritik und Zweifel gegeben.

Das Konzepte könnten theoretisch gute Ansätze haben, aber das in Praxis umzusetzen sei sehr schwierig, sagte Söder. "Es hätte aber auch eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit. Sowohl was Kapazitäten im medizinischen betrifft als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen."

Söder will mehr Regionen als Corona-Risikogebiete erklären

Der Freistaat Bayern hat dem Bund vorgeschlagen, im Ausland weitere Regionen als Corona-Risikogebiete zu definieren.

"Die Ausweitung kann deutlich dynamischer erfolgen als in der Vergangenheit", sagte Ministerpräsident Markus Söder. Die bisherigen Tests bei Reiserückkehrern hätten gezeigt, dass viele positiv Getestete auch aus Gebieten zurückkämen, die derzeit nicht als Risikogebiete gelten. Derzeit sind rund 130 der knapp 200 Länder der Welt als Risikogebiete definiert.

"Corona wird jeden Tag gefährlicher"

Hinzu komme, dass "Corona jeden Tag gefährlicher" werde, sagte Söder. Corona sei in ganz Europa auf dem Vormarsch. Zugleich nähmen Leichtsinn und Unvernunft zu, wie Söder es formulierte. Daher müssten die Menschen zu der Vorsicht zurückkehren, die in den vergangenen Wochen ein guter Schutz gewesen sei.

Immer mehr Infizierte klagten auch nach Monaten noch über Spätfolgen wie fehlenden Geruchssinn. Das zeige, dass Corona viel heimtückischer und gefährlicher sei als bislang angenommen. Daher müsse mit Umsicht reagiert werden, sagte der CSU-Chef.  © dpa

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