In Beirut explodierte im Hafen wohl Ammoniumnitrat. Auch nach Bayern sind im vergangenen Jahr rund 5.000 Tonnen geliefert worden.

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Nach Bayern sind im vergangenen Jahr rund 5.000 Tonnen reines Ammoniumnitrat importiert worden.

Es findet etwa in Sprengstoffen Verwendung. Wie viel davon exportiert wurde, ist unklar. Da Angaben zu Ausfuhren des Stoffs Auskunft über den Handel einzelner Unternehmen erlauben, unterliegen diese Angaben der Geheimhaltung, wie das Statistische Landesamt in München auf Anfrage mitteilte.

Bayern: Ammoniumnitrat als Bestandteil von Düngemitteln

Die größte Bedeutung hat der Stoff im Freistaat jedoch als Bestandteil von Düngemitteln. So wurden im Berichtsjahr 2018/2019 rund 184.300 Tonnen stickstoffhaltige Dünger in Bayern verkauft. Darunter waren laut Landesamt rund 67.500 Tonnen des Stickstoffdüngers Kalkammonsalpeter und 3.400 Tonnen Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösungen.

Branchenvertreter der Agrar- und Chemieindustrie in Frankfurt sehen nach der Explosion in Beirut keine Gefahr durch den Stoff Ammoniumnitrat in Bayern. Die in Deutschland produzierten ammoniumnitrathaltigen Düngemittel seien weder explosionsfähig noch selbstentzündlich, wie eine Sprecherin vom Verband der Chemischen Industrie mitteilte.

Sprecherin: Vergleichbares Unglück in Deutschland nicht vorstellbar

Ein vergleichbar schweres Unglück mit Ammoniumnitrat wie aktuell in Beirut sei in Deutschland nicht vorstellbar. Zudem gibt es für ammoniumnitrathaltige Düngemittel rechtliche Vorgaben für den Verkauf etwa an Landwirte.

In der libanesischen Hauptstadt Beirut waren bei einer Explosion im Hafen mehr als 130 Menschen gestorben. Als mögliche Ursache gilt unsachgemäß gelagertes, hochexplosives Ammoniumnitrat.  © dpa

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