Ulm (dpa/lsw) - Ein 37-jähriger Mann hat vor dem Landgericht Ulm gestanden, zwei Minderjährige entführt und vergewaltigt zu haben.

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Sein Mandant räume die Vorwürfe in vollem Umfang ein, sagte der Anwalt des Mannes nach Verlesung der Anklage am Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft wird dem damals 22-Jährigen vor, im Jahr 2006 einen 13-Jährigen im Stadtgebiet von Ulm in sein Auto gezerrt zu haben und mit ihm zu einer entlegenen Stelle gefahren zu sein. Dort soll er den Jungen sexuell missbraucht und anschließend an einem Waldparkplatz abgesetzt haben. Ein Jahr später soll der Angeklagte in Heidenheim einen damals Zwölfjährigen entführt und schwer sexuell missbraucht haben. Vom Täter fehlte danach jahrelang jede Spur.

Die Anklage lautet auf besonders schwere Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und erpresserischen Menschenraub. Zudem wird dem Deutschen zur Last gelegt, in den Jahren 2018 und 2020 kinder- und jugendpornographische Bild- und Videoaufnahmen besessen und verbreitet zu haben - Inhalte, die sexuelle Gewalt oder Vergewaltigung Minderjähriger zeigen.

Die Polizei war dem Mann auf die Spur gekommen, weil er diese Inhalte über eine Plattform im Internet geteilt hatte, wie eine Polizistin der Kriminalpolizei Ulm am Mittwoch vor Gericht sagte. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes sowie eines Wohnwagens seien die Ermittler auf weitere Dateien und Hinweise auf die Taten aus den Jahren 2006 und 2007 gestoßen. Die Hauptkommissarin sprach von einer "enormen Masse an Bilddateien" mit kinder- und jugendpornographischem Inhalt. Besonders auffallend sei dabei die Gewalttätigkeit der Bilder gewesen. Die Polizei ermittle weiter gegen den Mann wegen möglicher weiterer Taten im Ausland, so die Polizistin.

Der Angeklagte wurde Ende Oktober 2020 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Eines der beiden mutmaßlichen Opfer tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Für den Prozess sind zwölf Verhandlungstage bis Mitte Juli geplant.

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