Wochenlang waren wegen der Corona-Pandemie viele Betriebe geschlossen. Einige wie Friseure und der Einzelhandel durften nun wieder öffnen und haben teilweise mit einem großen Kundenansturm zu kämpfen. Müssen die Arbeitnehmer dann Überstunden machen? Das sind die Regeln.

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Wann müssen Arbeitnehmer länger arbeiten und Überstunden machen? Wann kann der Arbeitgeber Mehrarbeit fordern? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Überstunden im Arbeits- oder Tarifvertrag

Arbeitnehmer müssen gegebenenfalls länger arbeiten, wenn sie im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung zu Überstunden verpflichtet sind, erklären die Experten der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Dabei gibt es aber Grenzen: Laut Arbeitszeitgesetz dürfen Arbeitnehmer maximal 48 Stunden pro Woche arbeiten, von Montag bis Samstag je acht Stunden. Und selbst wenn Überstunden laut Arbeitsvertrag erlaubt sind, muss der Betriebsrat zustimmen, informiert der DAV.

Gesetzlich zulässig sind auch zehn Stunden Arbeit pro Tag – aber nur, wenn Arbeitnehmer die zusätzlichen Stunden innerhalb von sechs Wochen durch Freizeit ausgleichen können.

Mehrarbeit: Dürfen sich Arbeitnehmer weigern?

Verpflichtet der Arbeitsvertrag, der Tarifvertrag oder die Betriebsvereinbarung die Beschäftigten nicht zu Überstunden, dürfen sie sich weigern, nach Feierabend länger zu bleiben. Eine Ausnahme bilden Notfälle wie ein Serverausfall oder ein Brand. Dann sind sie dazu verpflichtet.

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Möglicherweise sollen Beschäftigte, etwa in Friseursalons, auch nicht mehr Stunden als üblich ableisten - aber zu anderen Zeiten arbeiten, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Laden sind und Arbeitsschutzbestimmungen eingehalten werden können.

Der Arbeitgeber lege die Arbeitszeiten fest, wenn sie nicht im Arbeitsvertrag geregelt sind, erklärt der DAV. Dabei müsse er aber nach billigem Ermessen entscheiden und auch die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigen, etwa beim Thema Kinderbetreuung. (dpa/tmn/tae)