Eigentlich wäre die Hauptsaison gerade in vollem Gange. Doch aufgrund der Corona-Pandemie läuft die Reisewelle erst langsam wieder an. Aber darf man seinen Urlaub in einem Land verbringen, für das es noch eine Reisewarnung gibt - oder hat der Arbeitgeber ein Wort mitzureden?

Mehr Reise-Themen finden Sie hier

Die vom Robert Koch-Institut geführte Liste der Corona-Risikogebiete ist lang, und für viele Länder gelten weiterhin Reisewarnungen des Auswärtigen Amts. So mancher möchte dennoch nicht auf private Reisen dorthin verzichten. Darf der Arbeitgeber da mitreden?

"Nein", sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Allgemein gelte die Auffassung, dass das Verbot einer Urlaubsreise ein zu großer Eingriff des Arbeitgebers in Persönlichkeitsrechte und Privatangelegenheiten der Arbeitnehmer wäre.

Arbeitgeber darf Urlaub nicht verbieten

"Wie Arbeitnehmer ihren Urlaub gestalten, liegt außerhalb des Weisungsrechts des Arbeitgebers", erklärt Meyer. Außerdem sei eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts kein Reiseverbot - daher könne auch der Arbeitgeber kein Verbot aussprechen. Das gelte auch für Beamte.

Wer sich nach der Reise 14 Tage in Quarantäne begeben muss, sollte davor aber abklären, ob er beispielsweise Homeoffice machen kann. Ein negativer Corona-Test kann die Quarantäne auch schon früher aufheben.

Arbeitgeber darf sich nach Urlaubsort erkundigen

Der Arbeitgeber hat laut Meyer allerdings das Recht, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer danach zu fragen, wo sie sich im Urlaub aufgehalten haben. Damit komme er seiner Fürsorgepflicht nach, eine potenzielle Gefährdung anderer Mitarbeiter auszuschließen.

Dienstreisen in von COVID-19 besonders betroffene Gebiete kann der Arbeitgeber dem Fachanwalt zufolge ohne Weiteres verbieten.

Lesen Sie auch: Neue Bestimmungen: So viel Handgepäck darf's sein

(awa/dpa)

Coronakrise: Neuer Rekord bei Neuinfektionen - WHO zählt 230.000 neue Corona-Fälle

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Binnen 24 Stunden zählt die Organisation 230.000 neue Fälle. Besonders viele haben sich in den USA infiziert. (Copyright: Buda Mendes/Getty Images)