"Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch" - so hieß es einmal in einem in die Jahre gekommenen Werbespot. Das gilt natürlich auch für alle anderen tierischen Familienmitglieder. Wird das Haustier dagegen krank, ist die Sorge groß. Im schlimmsten Fall muss sich der Halter nicht nur Gedanken um die Genesung des geliebten Wesens machen, sondern auch noch um deren Finanzierung.

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Generell muss man zwischen zwei Arten von Versicherungen für Haustiere unterscheiden: der Haftpflichtversicherung und der Krankenversicherung. Während Routineuntersuchungen und einfache Behandlungen beim Tierarzt aus der Portokasse bezahlt werden können, stellen Operationen oder lang andauernde Therapien bei einer schweren Krankheit oft eine überraschende Kostenfalle dar. Wer mit Kosten im drei- oder gar vierstelligen Bereich konfrontiert wird, bereut es sicher, wenn er keine Tierkrankenversicherung abgeschlossen hat.

Und dann gibt es noch die zweite Form der Haustierversicherung, die für mehr Entspannung im Alltag mit dem kuscheligen Mitbewohner sorgen kann. Denn Kosten verursachen Tiere auch, wenn sie einen Schaden anrichten. Wie bei Zweibeinern gibt es auch hier Haftpflichtversicherungen.

Haftpflichtversicherungen: Für welche Tiere sind sie sinnvoll?

Was soll schon passieren? Wer mit dieser Einstellung Gassi geht, könnte seinen Optimismus bitter bereuen. Dass der Hund einen Passanten beißt, ist nur eines der Horrorszenarien, die Versicherungen gern als Beispiele für die Notwendigkeit einer Haftpflichtversicherung nennen.

Was, wenn das Tier sein Geschäft in der Wohnung des Nachbarn verrichtet? Im spielerischen Übermut einen Radfahrer zu Fall bringt? Oder ohne Vorwarnung auf die Straße läuft und einen Unfall verursacht?

"Egal ob Hund oder Pferd: Für alle Schäden, welche die Tiere anrichten, ist der Besitzer haftbar", erklärt Christian Weishuber, Pressesprecher bei der Allianz Versicherung. "Entweder er muss die Kosten selbst tragen oder er ist durch eine Haftpflicht für das Haustier abgesichert."

Haftpflichtversicherung für Hunde

Während für die meisten Tiere Haftpflichtversicherungen nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, sollten sich Hundehalter genau informieren. Denn in manchen Bundesländern ist eine Haftpflichtversicherung Pflicht: Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie die Stadt Hamburg schreiben eine Hundehalterhaftpflicht vor.

In anderen Bundesländern wiederum gilt eine Versicherungspflicht für bestimmte Rassen. Sogenannte "Kampfhunde" beispielsweise müssen immer versichert sein.

Apropos Rassen: Manche Versicherungen schließen bestimmte Rassen aus. Unabhängig davon, ob freiwillig oder gesetzlich vorgeschrieben: Experten raten allen Hundebesitzern dringend zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung gegen Schäden, die das eigene Tier verursacht.

Haftpflichtversicherung für Pferde

Ratsam ist eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung auch für private Pferdebesitzer. Denn die Gefahr, dass sie einen Schaden verursachen, ist schon aufgrund ihrer Größe und Stärke höher, ebenso durch den Umstand, dass sie viel Freigang außerhalb des eigenen Grundstücks haben und schnell scheuen.

Haftpflichtversicherung für Katzen und Kleintiere

Anders sieht es aus bei kleinen Tieren, deren Aktionsradius sich mehr oder weniger auf einen Käfig beschränkt. Oder zumindest auf den eigenen Haushalt. Nachdem Versicherer es für unwahrscheinlich halten, dass eine Maus, ein Meerschweinchen oder ein Vogel einen großen Sach- oder Personenschaden verursacht, sind Kleintiere im Rahmen der eigenen Privat-Haftpflicht mitversichert.

Gleiches gilt auch für Katzen - und das unabhängig davon, ob es sich um eine Wohnungskatze handelt oder um einen Freigänger.

Krankenversicherungen für Haustiere: Lohnt sich das wirklich?

In der Regel sind es Hund, Katze und Pferd, für die Tierkrankenversicherungen angeboten werden. Doch auf Haustiere spezialisierte Versicherer wie beispielsweise Petplan bieten auch eine eigene Kaninchenversicherung.

"Krankenversicherungen für Tiere lohnen sich selten" - zu diesem ernüchternden Urteil kommt allerdings der Bundesverband der Verbraucherzentrale. Differenzierter sieht das Romy Philipp, die für "Finanztest" eine Untersuchung zu Tierkrankenversicherungen durchgeführt hat. Sie rät dazu, die Tarife und Konditionen der Anbieter sehr genau zu vergleichen: "Jeder Tarif hat seine Tücken - entweder ist der Beitrag hoch oder die Leistungen sind beschränkt."

OP-Tarif oder Krankenvollschutz?

Viele Anbieter unterscheiden zwischen einem reinen OP-Tarif oder einem Krankenvollschutz. Erstere Option deckt lediglich notwendige Operationen ab, während das Rundum-Sorglos-Paket für alle Eventualitäten deutlich teurer kommt. Außerdem sollte man darauf achten, bis zu welcher Summe die Kosten gedeckt werden und wie hoch die Selbstbeteiligung ist. "Überlegen Sie, ob Sie nicht besser monatlich sparen", findet Romy Philipp.

Ob eine Krankenversicherung für das Haustier sinnvoll ist, hängt auch von dessen Alter ab. Am günstigsten ist der Tarif für ein junges und gesundes Tier. Je älter das Tier bei Vertragsabschluss ist, desto höher ist der Beitragssatz. Hintergrund ist, dass die Versicherer davon ausgehen, dass ein älteres Tier anfälliger für Krankheiten ist. Ab einem gewissen Alter gilt: "Wir müssen leider draußen bleiben."

Bei manchen Versicherungen ist beispielsweise das maximale Alter von Hunden oder Katzen, für die ein Antrag gestellt werden kann, das neunte Lebensjahr, bei anderen sogar nur das siebte Lebensjahr. In der Regel müssen die Tiere bei Vertragsabschluss gesund sein.

Kosten hängen von diversen Faktoren ab

Auch die Rasse kann die individuellen Versicherungskosten beeinflussen. Bei Hunden kann eine Kennzeichnung per Chip oder Tattoo sich kostensenkend auswirken, bei Katzen kann es einen Unterschied machen, ob es sich um Freigänger handelt. Denn im Gegensatz zu reinen Stubentigern laufen die "Wildkatzen" Gefahr, in Unfälle mit Kraftfahrzeugen oder Revierkämpfe mit anderen Katzen verwickelt zu werden.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Christian Weishuber, Allianz-Pressesprecher
  • Verbraucherzentrale: "Tierisch überflüssig: Krankenversicherungen für Haustiere"
  • Allianz: "Tierkranken­versicherung"
  • Arag: "Tierhalterhaftpflicht"
  • Deutsche Familienversicherung: "Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen"
  • Check 24: "Hundeversicherung"
  • Stiftung Warentest: "Tierkranken­versicherung"
  • Die Versicherer: "Tier­ver­si­che­rung: Brau­chen Hund und Katze eine Kran­ken­ver­si­che­rung?"
  • Bundesverband der Versicherungsberater

Katzen entwickeln Bindung zur Bezugsperson

Forscher fanden heraus, dass sich Katzen ähnlich wie Menschen an ihre Bezugspersonen binden. Vorschaubild: iStock