• Viele Haushalte sind derzeit von überfluteten Kellern betroffen.
  • Falsches Verhalten kann zum einen lebensgefährlich sein, zum anderen den Schaden vergrößern.
  • Wie Sie richtig vorgehen und wann Sie einen Profi holen sollten.

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In mehreren Teilen des Landes haben die heftigen Regenfälle zu Evakuierungen, Unfällen und Überschwemmungen geführt. Ist das eigene Haus unmittelbar von Schäden durch die Unwetter betroffen, heißt es Nerven bewahren. Auf gar keinen Fall sollte man, wenn das Wasser im eigenen Haus steigt, den Keller oder andere mit Wasser gefüllte Räume betreten, bevor nicht klar ist, dass die Hauptsicherung der Stromversorgung ausgeschaltet ist. Die Initiative Elektro+ warnt: In der Nähe überfluteter elektrischer Anlagen kann Lebensgefahr bestehen.

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Nachdem Schutzeinrichtungen mit Wasser in Berührung gekommen sind, sind diese meist nicht mehr wirksam - auch wenn sie sonst vor einem elektrischen Schlag schützen, erklären die Experten.

Wasser im Keller: So verhalten sich Betroffene richtig

Ist der Strom abgeschaltet, kann man sich einen Überblick verschaffen - und den Schaden mit Fotos dokumentieren. Häufig ist es besser, bei der Schadensbeseitigung Experten, etwa Statiker und Bausachverständige, um Rat zu fragen.

Es ist sogar möglich, den Schaden durch Abpumpen des Wassers noch zu vergrößern - etwa wenn Wasser und Schlamm durch die Bodenplatte eingedrungen sind. Gegebenenfalls kann es dann sogar ratsam sein, den Keller zu fluten, erklärt Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Das Wasser ist weg - so geht es nun weiter

Wenn alles abgepumpt ist, bleibt oft Schlamm zurück. Betroffene sollten ihn allerdings so schnell wie möglich entfernen, rät Gebbeken. Wenn der Schlamm trocknet, könne er hart wie Beton werden.

Schlamm sei ein Alarmzeichen dafür, dass die Statik des Hauses beeinträchtigt sein könnte, warnt der Experte. Grund zur Sorge bestehe, wenn der Schlamm nicht durch Fenster oder Türen, sondern von unten mit dem Wasser ins Gebäude gedrückt wurde - etwa durch die Kanalisation, durch Abflüsse oder durch die Bodenplatte. Letztere kann dann nämlich beschädigt sein.

Gutachter achten auf neue Risse in der Bodenplatte und in den Wänden, erklärt der Sachverständige Gebbeken. Wobei er beruhigt: Nicht jeder Riss gefährde auch die Standsicherheit des Gebäudes.

Elektronik ist durchnässt - was man wissen sollte

Da es auch zu Schäden oder Störungen an der Elektroinstallation des Gebäudes kommen kann, ist es sehr wichtig, diese nach den ersten Aufräumarbeiten zu überprüfen und wenn nötig reparieren zu lassen, rät die Initiative Elektro+. Betroffene können sich dafür an einen eingetragenen Elektrofachbetrieb oder den örtlichen Energieversorger wenden. Erst danach sollte man die Anlage wieder in Betrieb nehmen.

Auch einst durchnässte Haushaltsgeräte sollte man ohne vorherige Trocknung und Reinigung sowie fachgerechte Prüfung nicht wieder einschalten. Denn auch da besteht die Gefahr eines elektrischen Schlages, so die Initiative Elektro+.

Feuchtigkeit in Räumen: Profi holen oder nicht?

Wenn Wasser, Schlamm und Schmutz endlich weg sind, bleibt meist noch Feuchtigkeit in den Räumen. Zwar gibt es Trockengeräte, die sich Betroffene aus dem Baumarkt ausleihen können. Doch ist dies auch immer sinnvoll - und in welchen Fällen sollten Betroffene vielleicht doch besser einen Profi rufen?

Trockengeräte aus Baumärkten sind in der Regel Lufttrockner. Das ist schon einmal gut, so die Einschätzung des Sachverständigen Gebbeken. Müssen jedoch versteckte Baumaterialien getrocknet werden, sollte man einen Profi beauftragen. Gerade die Trocknung von Estrich und Trockenbauwänden kann mitunter heikel sein.

Auch die Trittschalldämmung sollte ein Experte beurteilen. Da muss eventuell ein Bohrkern entnommen werden, um den Zustand zu beurteilen, erklärt Gebbeken.

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Wichtig ist auch, dass Holz gut trocknen kann. Betroffene sollten dafür sorgen, dass Tragwerke eines abgedeckten Daches und verkleidete Holzdecken vollständig trocknen können, rät Prof. Gebekken. Sonst könnten sich schwere Folgeschäden an der Tragekonstruktion bilden. (dpa/af)