Nach den Weihnachtsfeiertagen und der freien Zeit zwischen den Jahren geht der Run auf die Geschäfte erneut los: Ungeliebte Geschenke wollen schleunigst umgetauscht werden. Wir erklären, was Sie dabei beachten müssen.

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Zunächst einmal die generelle Frage: Gibt es ein grundsätzliches Umtauschrecht? Hier muss man zwei Arten des Kaufs unterscheiden: den Ladenkauf und den Onlinekauf.

Geschäfte bieten Umtausch freiwillig an

"Für Ladenkäufe vor Ort beim Händler gibt es grundsätzlich keinen Rechtsanspruch auf Umtausch", erklärt Konsumforscher Professor Oliver Gansser von der FOM Hochschule München im Gespräch mit unserer Redaktion. Allerdings bieten viele Händler freiwillig an, die Ware umzutauschen, das Geld zurückzuerstatten oder wenigstens Gutscheine auszustellen.

Gerade für Ladengeschäfte sei Kulanz beim Umtausch ein wichtiges Instrument zur Kundenbindung. Laut Gansser kann jeder Händler selbst entscheiden, wie er mit dem Thema umgeht.

"Die einen schreiben es auf den Kassenbon, bei anderen hängen Schilder in Kassennähe und bei Aldi beispielsweise gibt es keine schriftlichen Informationen, was wie lange umtauschbar ist", so der BWL-Professor. Die meisten Konsumenten wüssten jedoch, dass gerade der Discounter sehr kulant sei und bis zwei Monate später Produkte (außer Lebensmittel) noch zurücknehme.

Generell gebe es in Läden keine festgelegte Umtausch- oder Rückgabefrist, da der Händler die Bedingungen selbst festlegen könne.

Anders sieht es bei Einkäufen im Internet aus. Hier gilt der Fernabsatzvertrag, der ein zweiwöchiges Widerrufsrecht beinhaltet. Wer also Onlinekäufe tätigt, kann innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen den Kauf widerrufen und die Ware zurückschicken. "Manche Onlinehändler verlängern diese Frist jedoch", erklärt der Münchner Professor.

Nicht jedes Produkt kann umgetauscht werden

Manche Dinge kann man allerdings nicht umtauschen: "Es gibt einige Artikel wie Unterwäsche, maßangefertigte Anzüge, Kosmetik, unversiegelte CDs, Blumen, personalisierte Dinge und all das, was nur schwer erneut zu verpacken und zu verkaufen ist, die von vornherein vom Umtausch ausgeschlossen sind", erläutert Konsumexperte Gansser.

Und was ist, wenn das Produkt bereits verwendet wurde? Beim Ladenkauf hängt es von der Kulanz des Händlers ab. Beim Onlineshopping erlischt das Widerrufsrecht durch das Ausprobieren nicht, da man vor dem Kauf dazu keine Möglichkeit hatte.

Laut Stiftung Warentest darf man eine Kaffeemaschine durchaus einmal ausprobieren und zurückschicken, wenn sie nicht gefällt. Beim Ausprobieren dürfe man es jedoch nicht übertreiben. Funktioniert die Kaffeemaschine nicht, dann muss sie wegen des Mangels zurückgenommen werden.

Muss ich die Verpackung aufbewahren?

Viele Menschen fragen sich in diesem Zusammenhang auch, ob sie den Kassenbeleg und die Originalverpackung aufbewahren müssen, um die Ware umtauschen zu können.

Professor Gansser erklärt: "Die Rechnung muss man nicht aufbewahren, man muss lediglich nachweisen, dass man die Ware dort gekauft hat - das geht auch mit einem Kontoauszug oder Kreditkartenbeleg."

Auch die Originalverpackung muss niemand zu Hause aufheben, "denn Umtausch oder Reklamation sind auch ohne Originalverpackung möglich", so Gansser. Es könne von niemandem verlangt werden, ein Lager an Kartons anzulegen. Allerdings machen Originalverpackungen den Umtausch beim hoffentlich kulanten Händler vor Ort einfacher.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Konsumforscher Prof. Dr. Oliver Gansser, der an der FOM Hochschule in München allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing lehrt sowie stellvertretender Direktor des Instituts für Empirie & Statistik der FOM ist.
  • test.de: Widerruf, Reklamation, Umtausch: Wenn das Geschenk nicht gefällt
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