Wenn die Temperaturen sinken, sorgt die Heizung im Haus für Wärme. Wer einen Öltank im Keller stehen hat, braucht früher oder später neues Heizöl. Aber wann kauft man das am besten? Wie vergleicht man die Preise und lohnen sich Sammelbestellungen?

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Ab 2026 dürfen zwar in Deutschland keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden, so sieht es das Klimapaket der Bundesregierung vor. In vielen Kellern sind sie aber weiterhin in Betrieb – 4,8 Millionen waren es laut Statistikportal Statista 2018.

Damit die Heizung läuft, müssen Nutzer die Tanks mit Heizöl befüllen lassen. Aber das ist teuer: 2019 lagen die Preise im Schnitt bei 67,5 Cent pro Liter, so Statista. Im Jahresverlauf schwanken sie meist stark: Unter anderem sind sie von den Kosten für Rohöl und Transport abhängig, aber auch von der Konjunktur und politischen Unruhen.

Eine wichtige Rolle spielt auch der konkrete Bedarf, wie es beim Bund der Energieverbraucher heißt. "Daher ist das Heizöl immer dann günstiger, wenn es nicht so stark nachgefragt wird. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn es draußen warm ist und niemand an die Heizung denkt", erklärt die Vorsitzende des Interessenverbandes, Leonora Holling.

Heizöl: Preise beobachten und vergleichen

Idealerweise sollten Hausbesitzer die Preise das ganze Jahr über beobachten – und "mit dem Tanken nicht bis zum letzten Tropfen warten", wie Martin Brandis, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale, empfiehlt. Er weist darauf hin, dass Lieferfristen manchmal mehrere Wochen betragen können.

Die Preise unterscheiden sich aber nicht nur je nach Jahreszeit, sondern auch bei verschiedenen Lieferanten. "Wir empfehlen grundsätzlich einen Anbietervergleich", sagt Holling. Verschiedene Portale im Internet helfen dabei weiter.

Nutzer können dort eingeben, wo sie wohnen und wie viel Liter sie benötigen. Sie erhalten anschließend eine individuelle Liste mit Angeboten inklusive Preisen, Lieferzeit und Bestellmöglichkeit. Um den eigenen Bedarf herauszufinden, nutzen sie am besten einen Peilstab oder die Mengenanzeige des Tanks, rät Brandis.

Gerade zur kalten Jahreszeit wird der Griff zum Drehknopf an der Heizung zum täglichen Ritual. Die meisten heizen dabei eher Pi mal Daumen: eine hohe Zahl heißt "warm", eine niedrige "eher kalt". Dabei haben die Ziffern auf dem Griff eine genaue Bedeutung.

Heizöl mit Freunden oder Nachbarn bestellen

Günstiger kann der Heizölkauf werden, wenn sich Nutzer mit anderen zusammenschließen und eine Sammelbestellung aufgeben. So wird eine größere Menge Heizöl geordert. "Das lohnt sich dann, wenn der Händler dafür einen Rabatt gewährt. Das ist jedoch nicht immer der Fall", erklärt der Experte der Verbraucherzentrale. Bei verschiedenen Internet-Preisrechnern für Heizöl könnten Verbraucher vor der Bestellung eine Einschätzung über eventuelle Rabatte bekommen.

Kunden sollten aber noch weitere Punkte bedenken, bevor sie sich mit anderen zusammentun, um Geld zu sparen. Brandis: "Händler stellen Bedingungen, zum Beispiel, dass alle Lieferstellen dieselbe Postleitzahl haben und/oder eine maximale Entfernung voneinander haben."

Außerdem lohnt sich die gemeinsame Bestellung für den Hauptkäufer nur, wenn nicht alle anderen weniger Öl ordern als er. Denn der Gesamtpreis orientiert sich an der durchschnittlichen Abnahmemenge aller Käufer. Sinkt der Schnitt, wird es teurer.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass alle Sammelbesteller haften, falls einer nicht zahlt. Sie müssen dann für ihn aufkommen. Es gibt eine Ausnahme: Manche Lieferanten stellen auf Nachfrage allen Sammelbestellern eine eigene Rechnung aus – dann haftet niemand für die anderen.

Dieses Thema verbindet wirklich jeden im Winter: die kuschelige Wärme im Zimmer. Aber wie wird die Heizung gleichmäßig warm? Wie halte ich die Wärme im Zimmer? Und wie kostet mich die Heizsaison möglichst wenig? Diese Fragen stellen sich zum Beginn der Heizsaison.

Serviceleistungen und Ruf überprüfen

Die Kosten allein sollten aber nicht über den Kauf entscheiden. Mit einbezogen werden müssen laut Holling auch die Serviceleistungen – zum Beispiel: Wie lange dauert es, bis das Öl geliefert wird? Welche Mengen sind möglich und wie lange gilt der Preis?

Ein Anbieter muss außerdem unbedingt seriös sein, wie Holling sagt. Den Ruf eines Lieferanten können Käufer meist bei den Vergleichsportalen prüfen: Die Nutzer haben dort oft die Möglichkeit, den Verkäufer zu bewerten. Wichtig sind wie bei allen Online-Bewertungen die schlechten Noten, um zu erfahren, wie zuverlässig der Verkäufer tatsächlich ist.

Die Anlieferung überwachen

Trotzdem kann bei der Anlieferung einiges schiefgehen. "Leider berichten Verbraucher immer wieder von falsch laufenden Tankuhren", erklärt die Expertin vom Interessenverband. Kunden sollten deshalb dabei sein, wenn der Tanklaster vorfährt – und die Abnahme kontrollieren.

Wichtig: Der Zählerstand am Tankwagen sollte unbedingt auf null stehen, wenn der Tankvorgang beginnt. Käufer können das verlangen – und andernfalls die Annahme des Öls verweigern. Sie beobachten am besten den Zählerstand während des Tankvorgangs. Am Ende muss die Summe auf dem Zähler genauso auch auf dem Lieferschein erfasst sein.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Leonora Holling, Vorsitzende "Bund der Energieverbraucher"
  • Gespräch mit Martin Brandis, Energieberatung "Verbraucherzentrale Bundesverband"
  • Strom-Magazin.de: Wann ist der beste Zeitpunkt zum Heizöl kaufen?
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