Die Polizei warnt: Weihnachtsmärkte sind ein beliebtes Territorium von Taschendieben. Hier herrscht Gedränge und die Menschen sind in der Regel ausgelassen und abgelenkt. Wie Sie sich vor Langfingern schützen können.

Mehr Verbraucherthemen finden Sie hier

Der Bummel auf dem Weihnachtsmarkt gehört im Advent für viele dazu. Dass hier meist Gedränge herrscht, liefert allerdings ideale Bedingungen für Taschendiebe. In der Menge können sie unbemerkt zuschlagen.

Die Polizei klärt daher die Bevölkerung auf, wie die Täter in der Regel vorgehen - nämlich sehr professionell. Dieses Wissen soll helfen, sich vor den Langfingern zu schützen.

Täter oft in Teams unterwegs

"Taschendiebe sind häufig professionelle, international agierende Täter, die grenzüberschreitend in ganz Europa aktiv sind", sagt Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

"Sie gehen zumeist in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor: Einer lenkt das Opfer ab, ein Zweiter greift zu, ein Dritter verschwindet mit der Beute in der Menge", so Schmidt weiter.

Das Repertoire der Taschendiebe sei umfangreich. "Fast täglich werden neue Tricks bekannt", erklärt er. Häufig sehe die Masche so aus: "Opfer werden im Gedränge angerempelt oder unter einem Vorwand abgelenkt, beispielsweise indem ihre Kleidung versehentlich beschmutzt wird. Oder die Täter werden nach dem Weg gefragt."

Tipps der Polizei: So können Sie sich schützen

Die meisten Fälle von Taschendiebstahl bleiben unaufgeklärt. Die Aufklärungsquote lag 2018 beispielsweise bei nur 5,7 Prozent. Grund dafür sei vor allem, dass die Tat von den Opfern häufig nicht gleich bemerkt wird.

Wer die Tipps der Polizei beachtet, kann sich aber schützen:

  • Taschendiebe lassen sich am typisch suchenden Blick erkennen: Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und halten eher nach der Beute Ausschau.
  • Tragen Sie Geld, Zahlungskarten und Papiere sowie Ihr Smartphone immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.
  • Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sie sich unter den Arm.
  • Benutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.
  • Legen Sie Geldbörsen nicht oben in die Tasche oder den Korb, sondern tragen Sie sie möglichst nah am Körper.
  • Stellen Sie Ihre Handtasche nie unbeaufsichtigt ab oder hängen sie irgendwo auf.

Wo Diebe am häufigsten zuschlagen

Neben Autoaufbruch, Fahrraddiebstahl und Sachbeschädigungen an Autos ist Taschendiebstahl in deutschen Großstädten eines der häufigsten Delikte. Im Jahr 2018 entstand dabei ein Schaden von 34,2 Millionen Euro.

Sehr häufig schlagen Diebe auch in der abendlichen "Rushhour" in öffentlichen Verkehrsmitteln zu und in Fernverkehrsmitteln zur Urlaubs- oder Hauptreisezeit.

Brennpunkte in Einkaufszentren sind die Stunden vor Ladenschluss, während des Sommer- oder Winterschlussverkaufs und jetzt in der Vorweihnachtszeit. (af)

Verwendete Quellen:

  • Informationen der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Dreiste Betrugsmasche: Polizei warnt vor Paketannahme für Nachbarn

Fast jeder hat schon mal ein Paket für einen Nachbarn angenommen. Nun warnt das LKA Berlin allerdings vor einer neuen Betrugsmasche, bei der diese Hilfsbereitschaft viel Geld kostet.