So kocht Deutschland: Bayerische Klassiker

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In den meisten deutschen Regionalküchen wird gern und viel Fleisch verzehrt. Doch jedes Bundesland hat seine eigenen Spezialitäten, wenn es ums Essen geht. Kommen Sie mit uns auf eine kulinarische Reise durch Deutschland - erste Station: Bayern. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Die bayerische Küche ist weltberühmt - daran ist das Oktoberfest natürlich nicht ganz unschuldig. Wer schon einmal im Festzelt oder in einem Biergarten saß, kennt sicherlich das ein oder andere bayerische "Schmankerl" ...
Der Bayer mag es deftig und fleischig. Ein köstliches bayerisches Gericht ist die Schweinshaxe mit Knödeln, Soße und Blaukraut. Die Haxe mit der schön knusprigen Kruste wird häufig aber auch nur mit einer Brezen oder etwas Landbrot gegessen. Die Zubereitung ist allerdings alles andere als schnell erledigt: Die Schweinshaxe braucht circa zweieinhalb Stunden Gar- und Backzeit.
Weißwürste gehören zu den traditionellen bayerischen Frühstücksgerichten. Wer nach 12 Uhr die Kalbswürste bestellt, könnte einen bösen Blick der einheimischen Bedienungen ernten. Zu Weißwürsten passt eine Brezn, ein Weißbier sowie süßer Senf - wagen Sie es nicht, scharfen Senf zu den Weißwürsten zu bestellen. Fürs Essen der Würste gelten ebenfalls bestimmte Regeln ...
Der Verzehr der Weißwürste muss gelernt sein. Für einen Urbayer ist das sogenannte "Zuzeln" Pflicht. Nehmen Sie die Weißwurst in die Hand. Mit den Zähnen zuzeln Sie nur das Brät aus der Haut. Auch die Zubereitung erfordert Geschick. Ein fataler Fehler bei der Zubereitung ist aufplatzende Haut. Dieses No-Go vermeiden Sie, indem Sie die Wurst im heißen, aber nicht kochenden Wasser sieden lassen.
Die wohl beliebteste Brotzeit in Bayern ist die Leberkäs-Semmel. Wenn sich vormittags und mittags vor den Metzgern Schlangen bilden, dann können Sie sich sicher sein, dass es Ansturm auf den Leberkäse gibt. Verzehrt wird er sowohl warm als auch kalt. Übrigens: Im bayerischen Leberkäse ist weder Käse noch Leber enthalten ...
Der Leberkäse wird aus magerem Rindfleisch, Schweinefleisch, Speck ohne Schwarte, Wasser im gefrorenen Zustand, Salz, weißem Pfeffer, Zwiebel und Majoran hergestellt. Die fleischigen Zutaten werden durch den Fleischwolf gedreht, mit den restlichen Zutaten glattgerührt und kaltgestellt. Zum Schluss kommt die Fleischmasse in eine Kastenform und wird für circa eine Stunde im Backofen gebacken.
Einer der wenigen vegetarischen Klassiker in Bayern sind Käsespätzle. Genaugenommen gehört dieses käselastige Essen zur schwäbischen Küche und ist somit sowohl für Bayern als auch für Baden-Württemberg typisch. Garniert mit Röstzwiebeln wird das Gericht zum herzhaften Sattmacher - Fleisch braucht da niemand mehr.
Ein weiteres deftiges vegetarisches Gericht sind Rahmschwammerl mit Semmelknödel. Für alle Nicht-Bayern unter Ihnen: Schwammerl ist ein bayerischer Ausdruck für sämtliche Pilzsorten. Zubereitet in einer Sahne-Soße mit Zwiebeln und Petersilie werden sie zusammen mit dem schmackhaften Knödel zu einem vollwertigen Hauptgericht.
Eine Brotzeit in Bayern kommt ebenfalls ohne Fleisch aus: mit bayerischem Obazda. Die Käsecreme wird traditionell mit Radieschen und Brezen serviert. So können Sie den bayerischen Biergartenklassiker zu Hause ganz einfach selbst herstellen ...
Die Hauptzutat für Obazda ist reifer Camembert. Sie benötigen für circa vier Portionen 200 Gramm reifen Camembert, 100 Gramm Doppelrahm-Frischkäse, 40 Gramm Butter, eine große feingehackte Zwiebel, zwei Teelöffel edelsüßes Paprikapulver, zwei Teelöffel zerstoßenen Kümmel, Salz, Pfeffer sowie Schnittlauch zum Anrichten.
Zerdrücken Sie den Camembert in einer Schüssel mit einer Gabel und mischen Sie die restlichen Zutaten unter. Vor dem Servieren sollten Sie die Käsecreme für circa 30 Minuten ziehen lassen und erst zum Schluss mit Schnittlauchröllchen, Zwiebeln oder Radieschen garnieren.
Zwar stammt er aus dem benachbarten Österreich, doch auch in Bayern ist der Kaiserschmarrn inzwischen zum Klassiker geworden. Für vier Portionen benötigen Sie fünf Esslöffel Mehl, eine Prise Salz, einen Esslöffel Zucker, 300 Milliliter Milch, drei Eier, ein bis zwei Esslöffel Butter sowie optional Rosinen und Puderzucker.
Verrühren Sie Mehl, Salz, Zucker und Milch zu einem dickflüssigen Teig und heben Sie die Eier vorsichtig unter. Erhitzen Sie die Butter in einer Pfanne und geben Sie den Teig hinein. Wer mag, verteilt nach zwei Minuten die Rosinen auf dem Teig. Nun schieben Sie die Pfanne mit Deckel für etwa zehn Minuten bei 180 Grad in den Ofen. Der Teig sollte so weit aufgehen, dass sich der Deckel hebt.
Den fertig gebackenen Teig zerreißen Sie mit zwei Gabeln in Stücke. Sieben Sie Puderzucker über die Teigstücke und verteilen Sie Butterflöckchen darauf. Nun karamellisieren Sie den Schmarrn unter häufigen Wenden bei mittlerer Hitze goldbraun. Bestäuben Sie den Kaiserschmarrn auf den Tellern mit Puderzucker und servieren Sie Apfelmus oder zusätzlich eine Kugel Vanilleeis dazu.