Milchprodukte – ja oder nein? Die Frage stellen sich viele, die gesundheitliche Probleme haben oder eine spezielle Ernährung einhalten. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Milcherzeugnisse, ihre Kalorien und was Sie beim Verzehr beachten sollten.

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Was zählt alles zu den Milchprodukten?

Als Milchprodukte werden laut Definition Erzeugnisse aus Milch bezeichnet, beispielsweise von der Kuh, der Ziege oder vom Schaf. Dazu zählen Käse, Joghurt, Quark, Buttermilch, Kefir und Molke in verschiedenen Varianten, fettarm oder vollfett. Kinder brauchen die Nährstoffe im Wachstum, denn Milchprodukte sind durch ihren hohen Calciumgehalt ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung, um Knochen, Muskeln und Nerven stabil und aktiv zu halten. Sie sind außerdem eine gute Eiweißquelle und versorgen den Körper mit wichtigen Proteinen.

Für eine kalorienarme Diät und bewusste Ernährung wählen Sie beim Einkaufen am besten immer Milchprodukte ohne Zucker. Den Erdbeerjoghurt machen Sie aus Naturjoghurt und frischen Erdbeeren lieber selbst, statt ein Fertigprodukt mit Zusatzstoffen zu essen. Vegetarier können ihren Speiseplan jeden Tag durch Milchprodukte anreichern, denn sie liefern Vitamin B12, das ihnen durch die fleischlose Ernährung fehlt.

Doch nicht jeder Mensch verträgt Käse und Co. gleich gut. Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, sollte Milchprodukte möglichst vermeiden und ersetzen. Alternativen sind Milchersatzprodukte aus Mandel, Kokos, Hafer oder Soja. Für Menschen mit einer Unverträglichkeit von Casein, dem Milcheiweiß, sind Milchprodukte ebenfalls ungesund und können Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen.

Kalorien von Milchprodukten

Milchprodukte gibt es mit unterschiedlichem Fettgehalt zu kaufen. Hier finden Sie eine Liste mit den gängigsten Milchprodukten. Die Kilokalorien beziehen sich jeweils auf 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter:

Milch

MilchsorteKilokalorien pro 100 Gramm/Milliliter
H-Milch, 3,5 %

64 kcal

H-Milch, fettarm 1,5 %

47 kcal

H-Milch, entrahmt 0,1 %35 kcal
Schafsmilch97 kcal
Ziegenmilch69 kcal

Käse

KäsesorteKilokalorien pro 100 Gramm/Milliliter
Bergkäse386 kcal
Brie345 kcal
Butterkäse380 kcal
Camembert285 kcal
Cheddar391 kcal
Edamer254 kcal
Emmentaler398 kcal
Feta

218 kcal

Frischkäse

339 kcal

Gorgonzola360 kcal
Gouda300 kcal
Harzer126 kcal
Hüttenkäse81 kcal
Leerdamer

352 kcal

Mascarpone460 kcal
Mozzarella253 kcal
Parmesan375 kcal
Raclette343 kcal
Ricotta175 kcal
Schafskäse314 kcal
Ziegenkäse280 kcal

Andere Milchprodukte

ProduktartKilokalorien pro 100 Gramm/Milliliter
Buttermilch37 kcal
Crème fraîche378 kcal
Magerquark67 kcal
Joghurt, 3,5 % 64 kcal
Joghurt, fettarm 1,5 %47 kcal
Kefir61 kcal
Kondensmilch, 4 %128 kcal
Molke24 kcal
Quark, 20 %109 kcal
Quark, mager72 kcal
Sahne, 10 %123 kcal
Sahne, 30 %309 kcal
Saure Sahne 117 kcal
Schmand

239 kcal

Worauf man bei Milchprodukten achten sollte

Obwohl Milchprodukte immer wieder als schädlich verschrien sind, werden sie von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) als gesunder Calciumlieferant empfohlen. Allerdings sind sie nicht für jeden geeignet und können sogar Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. Was Sie über Milchprodukte wissen sollten:

  • Antibiotika: Manche Antibiotika vertragen sich nicht gut mit Milchprodukten, deshalb sollten zwei Stunden vor und nach der Einnahme kein Käse, Quark und Co. verzehrt werden.
  • Akne: Wer zu starker Pickelbildung und Akne neigt, sollte Milchprodukte lieber weglassen. Zwar gibt es keinen eindeutigen Beweis, dass Milch bei Akne schädlich ist. Doch die Erfahrungen zeigen, dass sich unreine Haut oft nach dem Verzicht auf Milchprodukte bessert.
  • Darmflora: Joghurt enthält wichtige Bakterien für eine gesunde Darmflora. Probiotischer Joghurt ohne Zusatz von Zucker ist deshalb gut für den Darm und kann die Verdauung unterstützen.
  • Diabetes: Für Diabetiker gilt es zu beachten, dass Milchprodukte Milchzucker enthalten und damit den Blutzucker beeinflussen.
  • Entzündungen: Milchprodukte können im Körper Entzündungen fördern, die zu Gelenkschmerzen führen. Der strenge Verzicht auf Milch in jeder Form kann in diesem Fall Besserung bringen.
  • Histamin: Bei einer Histaminintoleranz sind viele Käsesorten tabu, vor allem Hartkäse wie Parmesan. Denn durch den langen Reifungsprozess wird Histamin freigesetzt.
  • Laktose: Der Verzehr von Milchprodukten führt bei manchen Menschen zu Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit. Hier kann eine Laktoseunverträglichkeit dahinter stecken.
  • Low Carb: Milchprodukte enthalten generell wenige Kohlenhydrate, sind zum Abnehmen dennoch nur bedingt geeignet. Bei einer Low Carb Ernährung kann gelegentlich Naturjoghurt oder Quark gegessen werden. Die meisten Käsesorten und Sahne enthalten viel Fett, für eine ketogene Ernährung fallen Milchprodukte jedoch wegen des enthaltenen Milchzuckers aus.
  • Migräne: Milchprodukte können Migräne auslösen, vor allem der Verzehr von Käsesorten wie Bergkäse, Brie und Camembert.
  • Schwangerschaft: Rohmilch und Rohmilchprodukte sollten in der Schwangerschaft wegen des erhöhten Risikos einer Lebensmittelinfektion gemieden werden.
  • Zahn-OP: Die Milchsäurebakterien in Milchprodukten beeinflussen die Wundheilung nach einer Zahnentfernung und anderen operativen Eingriffen an den Zähnen und im Mund- und Rachenraum. Direkt nach der OP sollten sie auf Milch, Käse und Joghurt verzichten.

(tsch)

Verwendete Quellen:

  • Prof. Dr. I. Elmadfa, W. Aign, Prof. Dr. E. Muskat, Dipl. oec. troph. D. Fritzsche (2016/17). "Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle", München: GU.
  • Kalorien.de: "Kalorientabelle Milch/Milchprodukte"
  • Lebensmittellexikon: "Milcherzeugnisse, Milchprodukte"
  • Praxisvita: "Gelenk- und Knochenschmerzen? Diese Lebensmittel sollten Sie meiden!"

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