Kochfehler - und wie Sie sie vermeiden können

Matschiges Gemüse, zähes Fleisch, bittere Auberginen und endloses Chaos in der Küche: Kommt Ihnen das bekannt vor? Wir verraten Ihnen, wie Sie typische Kochfehler vermeiden können.

Bevor Sie mit dem Backen oder Kochen loslegen, sollten Sie das Rezept vorab durchlesen - vielleicht sogar zwei- oder dreimal. So können Sie sicher gehen, dass Sie die Arbeitsschritte verstanden haben und es kommt nicht zu unnötigen Unterbrechungen im eigentlichen Kochvorgang.
Zu einer guten Vorbereitung gehört außerdem, dass Sie alle Zutaten vorher bereitstellen. Das erspart Ihnen Chaos und Stress während des Kochens. Einzelne Schälchen für jede Zutat helfen dabei den Überblick zu bewahren.
Arbeiten Sie nicht in einem Schlachtfeld! Sie sollten immer wieder zwischen den einzelnen Zubereitungsschritten sauber machen und die Abfälle entsorgen. Am einfachsten gelingt es, wenn Sie eine große Schüssel auf Ihrer Arbeitsfläche für alle Bioabfälle bereitstellen oder den Bioabfalleimer in Reichweite stellen. Papier- und Plastikverpackungen entfernen Sie am besten, bevor Sie mit dem Kochen beginnen.
Nun kommen wir zu den eigentlichen Zubereitungsfehlern. Eine klassische Kochsünde ist das Kochen von kleingeschnittenen Kartoffelstücken in viel zu viel Wasser. Alle gesunden Nährstoffe gehen so während des Kochvorgangs verloren - je kleiner Sie die Kartoffeln schneiden, desto mehr geht verloren. Kochen Sie am besten ganze Kartoffeln in circa zwei Zentimeter hohem Wasser in einem geschlossenen Topf. Das dauert zwar länger, aber Sie waschen nicht die Vitamine und Nährstoffe aus.
Bei allen Gemüsesorten gilt: schonend dünsten in wenig Wasser statt tot kochen. Lassen Sie das Gemüse zu lange im Wasser schwimmen, haben Sie am Ende weder Geschmack, Nährstoffe noch die erwünschte Konsistenz. Tipp: Spülen Sie grünes Gemüse nach dem Garen kurz in kaltem Wasser ab. Das erhält die kräftige Farbe.
Die meisten Vitamine und Nährstoffe von Obst und Gemüse befinden sich direkt in oder unter der Schale. Daher sollten Sie nicht unnötig viel wegschälen. Eine Karotte schmeckt auch mit Schale, auch wenn Sie nicht ganz so schön aussieht.
Wenn Sie sich über den bitteren Geschmack von Auberginengerichten wundern, dann haben Sie womöglich etwas falsch gemacht. Auberginen enthalten nämlich Bitterstoffe, die Sie vor dem Kochen, Braten und Backen mit Entwässern austreiben sollten. Bestreuen Sie die einzelnen Auberginenscheiben mit Salz und lassen Sie sie circa zehn bis 15 Minuten einwirken. Danach tupfen Sie die feucht gewordenen Auberginen mit Küchenpapier trocken. Schon sind die Bitterstoffe eliminiert.
Röstaromen brauchen Platz, daher sollten Sie immer eine große Bratpfanne benutzen, wenn Sie am Ende knackiges Gemüse essen möchten. Überladen Sie die Pfanne, sammelt sich viel Flüssigkeit zwischen den Zutaten und Sie haben am Ende gedünstetes statt gebratenes Gemüse. Wenn Sie mehrere Portionen kochen, dann nehmen Sie am besten zwei Pfannen statt eine, die heillos überladen ist.
Genauso wie in der Bratpfanne verhält es sich mit dem Backblech. Ofengemüse kann nur dann knusprig werden, wenn es genügend Platz auf dem Blech hat. So kann die austretende Flüssigkeit entweichen.
Auch der Topf, in dem Sie Nudeln kochen, sollte groß genug sein. Zu viele Nudeln in einem kleinen Topf werden verkleben. Und Öl im Nudelwasser ist auch nicht die Lösung...
Vielleicht hat Ihnen jemand mal beigebracht, dass Sie einen Schuss Öl in das Nudelwasser geben sollten, damit die Nudeln nicht verkleben. Vergessen Sie das ganz schnell wieder. Sind die Nudeln glitschig, verbinden sie sich auf dem Teller nur schlecht mit der Sauce. Am besten geben Sie die frisch gekochten Nudeln direkt in die Pfanne zu der Sauce.
Wenn Sie Salat kleinschneiden, dann vergrößert sich durch die Schnittkanten die Oberfläche und die Nährstoffe können beim Waschen schneller entweichen. Daher sollten Sie Salat - und auch anderes Gemüse - immer vor dem Schneiden waschen.
Salat sollte nach dem Waschen in einer Salatschleuder getrocknet werden, damit die Blätter nicht matschig werden durch die aufgesaugte Flüssigkeit. Außerdem sollten Sie nach Möglichkeit das Salatdressing immer erst kurz vor dem Servieren mit dem Salat vermischen.
Und hier noch ein Tipp für einen gelungenen Salat: Geben Sie immer einen Klecks Senf zu einem Dressing aus Öl und Essig. Nur dann verbinden sich die zwei Flüssigkeiten zu einem homogenen Dressing. Senf ist ein natürlicher Emulgator, also ein Hilfsstoff, der dazu dient zwei nicht mischbare Flüssigkeiten zu vermengen. Ist in Ihrer Vinaigrette Senf, dann können Sie das Dressing sogar noch mit etwas Wasser verdünnen.
Auch wenn der Magen knurrt, heißt es Geduld bewahren! Vermeiden Sie zähes Fleisch und warten Sie mit dem Braten, bis die Pfanne wirklich heiß wird. Bei Hitze verschließen sich die Poren und das Fleisch bleibt schön zart und saftig.
Kräuter sind das A und O beim Kochen von Saucen, Suppen und Eintöpfen. Beachten Sie den richtigen Zeitpunkt zum Würzen. Es gilt: getrocknete Kräuter zu Beginn des Kochens hinzufügen und frische Kräuter eher am Ende. Das hat den Hintergrund, dass getrocknete Kräuter etwas länger brauchen, bis sich die enthaltenen Öle und das Aroma entfalten. Frische Kräuter hingegen enthalten flüchtige Öle, die durch zu langes Kochen verloren gehen.
Sie verzichten auf das Kosten zwischendurch? Das ist eine absolute Kochsünde! Gerade bei ungenauen Rezeptangaben, wie "eine Prise Salz" oder "ein Schuss Zitronensaft" kann es passieren, dass das Essen am Ende völlig überwürzt oder fad schmeckt. Daher sollten Sie gerade beim Zubereiten von Saucen, diese immer wieder abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen.