Gewürz-ABC - Die richtige Zutat für jedes Gericht

Salz oder Pfeffer, Ingwer oder Basilikum - Wie würzt man die unterschiedlichen Lebensmittel richtig? Mit ein paar Grundregeln und Tipps wird jedes Gericht eine runde Sache - egal ob Fleisch, Fisch oder Gemüse. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Vor allem Kochanfänger sollten Grundregeln des Würzens kennen, um auch aus ihren ersten Kreationen leckere Gerichte zaubern zu können. Damit auch zu Beginn nichts schiefgeht, kann zu jedem Gericht etwas Salz hinzugefügt werden. Denn selbst Süßspeisen brauchen eine Prise, um den süßen Eigengeschmack weiter zu unterstreichen.
Auch der Zeitpunkt des Würzens ist beim Kochen sehr wichtig. So sollten frische Gewürze erst zum Ende der Garzeit in den Topf geworfen werden. Getrocknete Gewürze können etwas länger mitkochen und schon frühzeitig hinzugefügt werden. Dabei sollten ganze Gewürze erst kurz vor der Verarbeitung in einem Mörser klein gemahlen werden, um das volle Geschmacksspektrum zu entfalten.
Einige Gewürze wie zum Beispiel Paprikapulver, Pfeffer, Rosmarin und Knoblauch vertragen keine hohen Temperaturen, verbrennen sehr leicht und könnten dem Gericht letztlich eine bittere Note verleihen. Deshalb sollten diese Gewürze erst zum Ende der Garzeit in den Topf geworfen werden, um das ideale Geschmacksaroma zu erzielen.
Safran, Cayennepfeffer oder auch Kerbel, Dill und Schnittlauch vertragen hingegen gar keine Hitze und sollten erst kurz vor dem Servieren über das Gericht gestreut werden. Salz, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren sowie einige Currymischungen, Fenchel, Kurkuma, Pimentkörner, Zimt und Kümmel hingegen entfalten ihr Aroma erst nach längerer Kochzeit.
Konzentrieren Sie sich beim Kochen mit vielen Gewürzen je nach Gericht auf ein Hauptgewürz und dosieren Sie weitere Aromen nur sehr dezent. Dabei sollten die Gewürze den Eigengeschmack der Zutaten nie überdecken, sondern nur unterstreichen. Als Grundregel gilt auch beim Kochen: weniger ist mehr. Nachwürzen kann jeder nach Belieben, wenn das Essen auf dem Tisch steht.
Je nach Gericht finden unterschiedliche Gewürze Verwendung. Für Kochanfänger besonders leicht zu merken: Unterteilen Sie das Essen in die drei groben Kategorien Fleisch, Fisch und Gemüse. So kann jeder Mahlzeit eine bestimmte Gewürzgruppe zugeordnet werden.
Rotes Fleisch wie Schweine-, Rind-, Lamm- oder Wildfleisch profitiert geschmacklich von anderen Gewürzen als weißes Geflügelfleisch. Zu den Favoriten unter den Gewürzen für rotes Fleisch zählen: Pfeffer, Paprika, Lorbeer, Koriander, Nelken, Knoblauch, Estragon, Thymian, Rosmarin und Salbei.
Zu milderem Fleisch wie etwa Hähnchen passen andere Gewürze: Paprika, Zwiebel, Knoblauch, Selleriewurzel, Majoran, Rosmarin, Bohnenkraut, Petersilienblätter, Oregano oder Thymian. Für ein besonders leckeres Geschmackserlebnis lassen Sie Geflügelfleisch mindestens acht Stunden oder über Nacht im Kühlschrank in einer Marinade aus Kräutern und Öl ziehen.
Vor allem Thymian ist mit seinem aromatischen Geschmack und süßlichem Akzent in Soßen, zu Gemüse, Fisch und anderem Fleisch sehr beliebt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Thymian wegen seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften auch als Heilkraut zum Einsatz kommt. So hilft er bei Erkältungskrankheiten, Husten und Magenbeschwerden.
Fisch hat im Gegensatz zu Fleisch einen prägnanten Eigengeschmack und wird deshalb anders gewürzt. Die beliebtesten Zutaten zum Würzen von Fischgerichten sind Dill, Petersilie, Zitrone, Schnittlauch, Zwiebeln sowie Knoblauch, Salz und Pfeffer. Ganze Fische kann man mit frischen Kräutern füllen, Filets bestreichen und Meeresfrüchte am besten in einer Marinade einlegen.
Garnelen und Langustenschwänze schmecken hervorragend mit einer Marinade aus gepresstem Knoblauch, grob gehackter Petersilie, Olivenöl und wahlweise mit Weißwein, Sherry, Balsamico oder auch Tequila. Für eine asiatische Note marinieren Sie die Meeresfrüchte am besten mit einer Sauce aus Currypaste, Ingwer, Sesamöl, Sojasauce, Chili und Kokosmilch.
Gemüse und Salate können breit und je nach Belieben gewürzt werden. Zu den klassischen Gewürzen zählen Petersilie, Basilikum, Paprika, Knoblauch, Oregano, Schnittlauch, Bohnenkraut sowie Salz und Pfeffer. Für experimentierfreudige Köche wird die Palette an Gewürzen und Kräutern noch breiter, wenn man sich von anderen Ländern inspirieren lässt.
Einen typischen asiatischen Geschmack erhalten Gerichte mit folgenden Gewürzen: Zu Currys und indischen Reisgerichten passen vor allem Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel, Senfkörner, Fenchelsamen, Zimt und Nelken. In asiatischen Suppen schmecken Thai-Basilikum, Kardamom, Koriander und Zitronengras ganz fantastisch.
Auch die gesunde Ingwerwurzel kommt getrocknet oder auch frisch in vielen asiatischen Gerichten ins Spiel. Das beliebte Gewürz passt gleichermaßen zu Geflügel, Meeresfrüchten oder auch in Nachspeisen und wird am besten frisch gerieben. Auch als Tee ist Ingwer wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung vor allem bei Menschen mit Magenbeschwerden und Erkältungen sehr beliebt.
Kurkuma zählt ebenfalls zu den Ingwergewächsen mit gesundheitsfördernder Wirkung. Vor allem in Kombination mit schwarzem Pfeffer soll Kurkuma mit dem enthaltenen Polyphenol Curcumin, bei Verdauungs- und Magenbeschwerden helfen. Dabei findet Kurkuma nicht nur in asiatischen Gerichten, sondern auch als Zusatz in "goldener" Milch Verwendung.
Zu den Gewürzen, die vor allem in südländischen Regionen täglich verkocht werden, zählen: Basilikum, Salbei, Oregano, Rosmarin, Thymian, Petersilie und Minze. Vor allem Basilikum ist universell und passt ideal zu Fisch, Geflügel, Fleisch, Gemüse und als Dressing-Zutat. Darüber hinaus hilft das Gewürz auch bei Darmentzündungen, Blutarmut, Osteoporose, Vitamin-A- und Eisenmangel.
Ebenso beliebt ist der intensive Oregano, der auf Pizzen und in Nudelsaucen nicht fehlen darf und sehr gut mit Thymian und Rosmarin harmoniert. Frische Rosmarinnadeln passen wunderbar zu Ofenkartoffeln, Hühnchen, Lamm, aber auch zu Fisch, Käse und Tomaten. Auch Petersilie darf in der mediterranen Küche nicht fehlen und wird oft vor dem Servieren über Gerichte gestreut.
Doch wie kann man Essen retten, das zu viel Gewürze erwischt hat oder vielleicht sogar versalzen schmeckt? Falls möglich, kann Salz oder auch ein Überschuss an Gewürzen abgeschöpft werden. Wenn das nicht mehr geht, hilft ein Löffel Honig, Kartoffeln oder auch Backpflaumen, um das Zuviel an Salz zu neutralisieren oder aufzunehmen.
Ceylon-Zimt ist vor allem in der süßen Küche für Adventsgebäck und Süßspeisen ein unentbehrliches Gewürz. In anderen Ländern wie zum Beispiel Indien oder Vietnam wird Zimt auch zum Verfeinern von Fleischspeisen, Linsen, Kartoffeln und Currys genutzt. Auch Kardamom findet sowohl in Lebkuchen, aber auch deftigen Gerichten sowie Tees und Kaffee Verwendung.
Vanille wird als Königin der Gewürze in der ganzen Welt hoch geschätzt. Dabei entsteht das typische Vanillearoma erst durch die Fermentierung der Schote. Zuvor ist die Pflanze völlig geschmacksneutral. Doch danach ist das Gewürz vielseitig einsetzbar: als Zutat in Kaffee oder Tee, Kuchen, Gebäck oder klassisch in Milch für Pudding oder Grießbrei mitgekocht.