Scharfes Essen - dafür ist die asiatische, arabische, afrikanische oder auch südamerikanische Küche bekannt. Nicht nur Chili, sondern auch Ingwer, Pfeffer oder Peperoni sorgen für die feurige Schärfe, die einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben kann. Wie gesund ist scharfes Essen und wie wirkt es auf den Körper?

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Capsaicin heißt der Wirkstoff, der Chilischoten und Paprikas scharf macht. An sich ist er ziemlich geschmacklos: "Schärfe wird nicht über die Geschmacksknospen der Zunge wahrgenommen, sondern sie reizt die Nervenrezeptoren im Mund, die normalerweise für das Empfinden von Wärme eingesetzt werden. Scharfes Essen wird somit als brennend und feurig wahrgenommen", erklärt Heilpraktikerin und Medizinerin Denise Hengst aus Chemnitz.

Da das Gehirn dann ein Schmerzsignal empfängt, werden Glückshormone ausgeschüttet. Diese können entspannend auf den Körper und das Gemüt wirken.

Scharfes Essen: So heiß ist Schärfe

Da scharfes Essen die Wärmerezeptoren im Körper anregt, kann es dazu führen, dass man schwitzt. Gleichzeitig werden die Blutgefäße geweitet, die Fließeigenschaften des Blutes verbessern sich und die Herzfrequenz wird erhöht. Das gesamte Herz-Kreislauf-System wird somit angekurbelt und der Blutdruck positiv beeinflusst.

"Scharfes Essen sorgt bei kalten Temperaturen für eine bessere Durchblutung und ein Wärmegefühl. Aber auch in warmen Regionen isst man scharf, denn so kann der Körper über das Schwitzen seine Temperatur regulieren", so Denise Hengst.

Schärfe wirkt entzündungshemmend

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Scharfe Gewürze und Lebensmittel punkten auch durch ihre entzündungshemmenden, desinfizierenden und antibakteriellen Eigenschaften. Neben Chili wirken sich Pfeffer, Ingwer, Kurkuma, Knoblauch, Zwiebeln oder Senf positiv auf das Immunsystem aus und können bei einer Vielzahl von Beschwerden eine hilfreiche Unterstützung sein.

Gerade bei rheumatischen Erkrankungen, grippalen Infekten, Stoffwechselerkrankungen oder Tumoren wirken sie positiv, auch in der Schmerzprävention werden sie therapeutisch erfolgreich eingesetzt.

2015 wurde im "British Medical Journal" eine chinesische Studie mit 500.000 Teilnehmern veröffentlicht. Demnach hatten diejenigen, die drei- bis fünfmal pro Woche scharf Gewürztes verzehrten, ein um 14 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen, die weniger als einmal pro Woche scharf aßen. Jedoch seien die Ergebnisse noch nicht aussagekräftig genug, da auch andere Faktoren der Lebensweise eine Rolle gespielt haben könnten.

Schärfe als Schlankmacher

Da scharf gewürzte Mahlzeiten die Produktion von Magensäften anregen, können vor allem fetthaltige Speisen besser verdaut werden. Gleichzeitig werden Stoffwechselvorgänge angekurbelt, welche vor allem die Thermogenese – die erhöhte Freisetzung von Wärme - anregen.

"Der Verzehr von scharf gewürzten Speisen kann zudem entgiftend und reinigend wirken, da der Abbau von schädlichen Substanzen, Ablagerungen sowie Giftstoffen in den Zellen positiv beeinflusst wird. Zusätzlich verbessern sie die Fließeigenschaften des Blutes und tragen zu einer erhöhten Blutneubildung bei", erklärt Heilpraktikerin Denise Hengst. Maastrichter Wissenschaftler konnten in einer Studie von 2005 feststellen, dass Schärfe als Appetitzügler wirkt und somit beim Abnehmen helfen kann.

Für wen ist Schärfe nicht geeignet?

Bei Sodbrennen, Magen-Darm-Beschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nierenerkrankungen sollte man mit scharfem Essen vorsichtig sein. Es können Reizungen der Schleimhäute auftreten, die negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben.

Auch für Kleinkinder ist Schärfe nur im geringen Maße geeignet, da ihr Verdauungssystem wesentlich sensibler reagiert als das von Erwachsenen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzt eine Menge von maximal 5 mg Capsaicin pro Kilogramm Körpergewicht als nicht gesundheitsgefährdend ein. Bei 70 Kilogramm Körpergewicht entspricht das etwa 350 mg Capsaicin.

Wie Schärfe jedoch vertragen wird, ist individuell vom Körper abhängig. Als Empfehlung rät Denise Hengst: "Mit kleinen Mengen herantasten und bei guter Verträglichkeit den Schärfegrad langsam steigern. Und brennt es doch einmal zu sehr im Mund, sorgen fetthaltige Lebensmittel wie beispielsweise Milch für Linderung."

Verwendete Quellen:

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"Light", "fettarm" oder "weniger süß": Mit diesen oder ähnlichen Begriffen werben Lebensmittelhersteller gerne für ihre Erzeugnisse. Doch obwohl die Bezeichnungen weniger Kalorien in den Produkten suggerieren, ist das oft nicht der Fall.