Aufwärmen von Speisen: So machen Sie Reste von gestern wieder warm

Zu viel gekocht? Kein Problem. Die meisten Speisen lassen sich problemlos aufwärmen. Allerdings gibt es einige Regeln zu beachten. Welche das sind, erfahren Sie in der Galerie. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Sparen Sie Zeit und Geld: Reste vom Vortag müssen Sie nicht in den Müll schmeißen, wärmen Sie sie einfach noch mal auf. Gerade mit einer Mikrowelle geht das kinderleicht. Doch es gibt gewisse Regeln zu beachten, um Magen-Darm-Beschwerden oder gar eine Lebensmittelvergiftung zu vermeiden.
Grundsätzlich gilt: Lassen Sie das Gekochte nicht allzu lange auf dem Küchentisch stehen. Bei Zimmertemperatur fühlen sich Bakterien und Sporen außerordentlich wohl. Die Folge: Magen-Darm-Beschwerden. Achten Sie vor allem im Sommer darauf, dass Speisen so schnell wie möglich gekühlt werden.
Auf bestimmten Speisen vermehren sich Keime besonders schnell. Reis gehört beispielsweise dazu. Er schaut zwar nicht verdorben aus und riecht auch nach Stunden im Topf unauffällig, doch tatsächlich muss Reis so früh wie möglich nach dem Zubereiten im Kühlschrank verstaut werden. Achten Sie beim erneuten Aufwärmen darauf, dass der Reis dampfend erhitzt wird, damit Keime abgetötet werden.
Egal, ob Rührei, Spiegelei oder gekocht: Eier sollten Sie nicht erneut aufwärmen und schon gar nicht in der Mikrowelle. Die Proteinstruktur im Ei verändert sich beim Aufwärmen - das kann zu Magenbeschwerden führen. Außerdem besteht die Gefahr einer Salmonellenvergiftung, wenn die Eierspeisen nicht lang genug erhitzt wurden.
Meist heißt es: Spinat soll man nicht aufwärmen. Diese Ernährungsregel stammt jedoch aus einer Zeit, als es noch keinen Kühlschrank gab. Spinat enthält viel Nitrat. Mithilfe von Bakterien verwandeln sich die ungefährlichen Salze bei mittleren Temperaturen, also wenn der Topf längere Zeit bei Zimmertemperatur herumsteht, zu schädlichem Nitrit.
Tatsächlich ist nicht das Aufwärmen, sondern das langsame Abkühlen ein Problem bei Spinatgerichten. Beschleunigen Sie es mit einem Wasserbad oder stellen Sie den abgedeckten Topf im Winter auf den Balkon. Für Erwachsene und größere Kinder ist eine geringe Menge Nitrit unbedenklich, Säuglinge sollten dagegen keine nitrithaltigen Speisen verzehren.
Nicht nur Spinat hat von Natur aus einen hohen Nitratgehalt. Auch Rote Beete, Sellerie, Mangold, Rettich und Radieschen sind nitratreich und sollten nach dem Kochen schnell in den Kühlschrank wandern. Damit sich die Abkühlzeit verkürzt, empfiehlt es sich, größere Mengen auf kleine Behälter zu verteilen. Kleine Portionen können schneller abkühlen.
Um Bakterien abzutöten, muss Fleisch gleichmäßig erhitzt werden. Da das in der Mikrowelle schlecht möglich ist, sollten Sie zur Pfanne greifen oder den Backofen nutzen. Mindestens zwei Minuten sollte Fleisch eine Kerntemperatur von 75 Grad Celsius erreichen, bevor Sie es bedenkenlos verzehren können. Wurde Fleisch bei der Zubereitung nicht komplett durchgegart, sollten Sie es nicht aufwärmen.
So erhitzen Sie Fleisch am sichersten: Schneiden Sie das Stück klein, das Sie erwärmen möchten, und braten Sie es bei mittlerer Hitze in einer Pfanne mit Öl oder ein wenig Wasser an. Alternativ können Sie das Fleisch auch im Backofen auf einem Backblech erwärmen. Dafür stellen Sie den Ofen auf circa 160 Grad Celsius.
Generell gilt für alle bakterienempfindlichen Speisen: Das Erwärmen auf dem Herd ist die sicherste Methode. In der Mikrowelle ist ein gesundheitliches Risiko nicht ganz auszuschließen. Häufig wird das Innere der Speisen dort nicht ausreichend erhitzt, selbst wenn es außen dampft.
Vitamine reagieren ziemlich empfindlich auf Sauerstoff und Hitze. Das bedeutet: Je länger Sie einen Gemüseauflauf aufbewahren, desto mehr wertvolle Vitamine gehen verloren. Mit jedem Aufwärmen zerstören Sie wertvolle Vitamine und Nährstoffe. Auch langes Warmhalten im Topf kann sich negativ auf den Vitamin- und Nährstoffgehalt auswirken.
Gestern noch Suppe, heute dicke Sauce: Flüssige Speisen dicken im Kühlschrank etwas nach. Wenn Sie die Konsistenz vom Vortag bevorzugen, können Sie den Saucen, Suppen und Eintöpfen beim Erwärmen etwas Wasser, Brühe oder Sahne hinzufügen.
Nudeln ohne Sauce erwärmen Sie am besten in kochendem Wasser. Holen Sie die Nudeln bereits nach circa 30 Sekunden wieder heraus.
Pommes sollten Sie nicht in der Mikrowelle erhitzen, sie werden nur weich. Braten Sie sie stattdessen in einer Pfanne mit Öl, bis sie leicht braun und knusprig werden. Anschließend mit Küchenpapier abtupfen. Alternativ geben Sie die Pommes auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech für circa fünf Minuten bei 230 Grad in den Ofen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung, sonst werden sie matschig und kleben zusammen.
Die falsche Aufwärmmethode hat nicht nur auf Ihre Gesundheit Auswirkungen, sondern schadet auch der Konsistenz und dem Geschmack mancher Speisen. Würzen Sie am besten immer etwas nach, wenn Sie abgekühltes Essen wieder erwärmen, denn durch das Kühlen leidet immer auch der Geschmack.