Clean Eating: So funktioniert der gesunde Ernährungstrend

"Clean Eating" - das klingt nach einem hippen Ernährungstrend für Fitnessbegeisterte. Doch dahinter versteckt sich keine komplizierte Diät, sondern ein Ernährungskonzept mit "reinen" - im Sinne von natürlichen - Lebensmitteln. Wir erklären, wie es funktioniert. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Immer wieder gibt es neue Trenddiäten, die von Food-Bloggern, Fitness- und Frauenzeitschriften angepriesen werden. Auch um Clean Eating gibt es seit einiger Zeit einen wahren Hype. Dabei geht es eigentlich nur um gesunde, vollwertige Ernährung. Wie funktioniert das genau?
Wer sich nach dem Clean-Eating-Konzept ernähren möchte, darf im Grunde fast alles essen. Aber Fast Food, Fertiggerichte, Süßigkeiten und Softdrinks sind tabu. Wenn Sie sich überwiegend mit Bio-Lebensmitteln ernähren, Junk-Food meiden, frisch kochen, Vollkornprodukte statt Weißmehl verwenden und Zucker so gut wie nicht auf Ihrem Speiseplan vorkommt, dann machen Sie bereits alles richtig.
Clean Eating ist nichts anderes als Vollwertkost - und damit einfach umsetzbar: Alles sollte im unverfälschten Zustand gegessen und am besten selbst zubereitet werden. Nur so können Sie sicher gehen, was in Ihr Essen gelangt. Zusätze wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Aromen haben beim Clean Eating nichts verloren.
Fertigprodukte sind bei einer gesunden, vollwertigen Ernährungsweise eigentlich tabu. Wenn Sie mal einen schnellen Snack für Zwischendurch brauchen, dann dürfen Sie durchaus auch mal Cracker kaufen. Hauptsache, Sie checken vorher die Zutatenliste. Liest sich diese kurz und bündig ohne dubiose Zusatzstoffe, dann dürfen Sie zugreifen. Womöglich werden Sie aber nur im Bioladen fündig.
Sie sollten keinesfalls Clean Eating mit Raw Food verwechseln. Bei einer reinen Rohkost-Ernährung werden Speisen nicht gekocht oder gebacken, der Ernährungsplan ist hauptsächlich vegan. Beim Clean Eating stehen Ihnen viele abwechslungsreiche Rezepte zur Auswahl - Backen und Kochen sind keinesfalls tabu. Selbst Käse ist erlaubt, solange Sie sich an folgende Regeln halten ...
Vermeiden Sie alle abgepackten Käsesorten. Diese werden nämlich fast ausnahmslos mit Zusatzmitteln länger haltbar gemacht. Vor allem sollten Sie die Finger von geriebenem Käse lassen, denn darin wird immer ein Trennmittel eingesetzt, damit er nicht zusammenklebt. Kaufen Sie nur von der Frischetheke oder noch besser im Hofladen oder am Bio-Wochenmarkt.
Ebenfalls tabu sind alle "Low Fat"- und "Light"-Produkte, die immer weiter verarbeitet wurden und daher als ungesund gelten. Das bezieht sich übrigens auf alle Light-Produkte, nicht nur auf Käse.
Egal, ob Sie vegan, vegetarisch, pescetarisch oder omnivor leben, achten Sie darauf, dass - wenn möglich - regionale und saisonale Waren auf Ihren Teller kommen.
Hungern müssen Sie beim Clean Eating glücklicherweise nie. Frühstück, Mittagessen, Abendessen und kleine Zwischenmahlzeiten sind erlaubt und erwünscht. Achten Sie einfach auf Ihr natürliches Sättigungsgefühl.
Die meisten Fertigprodukte enthalten zu viel Salz, unser Körper hat sich an eine ungesunde Dosis gewöhnt. Wenn Sie selber kochen, haben Sie die Möglichkeit, statt ungesundem Salz viele verschiedene frische Kräuter zu benutzen. Würzen Sie, so viel Sie wollen - nur bitte nicht mit Fertigwürzmischungen.
Nicht nur Salz, auch Zucker und künstliche Süßstoffe haben beim Clean Eating nichts verloren. Wenn Sie doch hin und wieder gesüßte Kekse oder einen Kuchen backen wollen, dann nehmen Sie unraffinierten Zucker oder frische Datteln zum Süßen.
Das sollten Sie beim Clean Eating außerdem beachten: Trinken Sie jeden Tag circa drei Liter Wasser und minimieren Sie Ihren Alkoholkonsum. Zu einer gesunden und "sauberen" Ernährung gehören Mahlzeiten, die komplexe Kohlenhydrate mit Eiweiß kombinieren, zum Beispiel Vollkornreis oder Vollkornnudeln mit Fisch.
Gesunde, also ungesättigte Fette wie Avocado, Nüsse, Lein- oder Rapsöl sollten täglich auf Ihrem Speiseplan stehen. Gesättigte, also "böse" Fette, wie sie beispielsweise auch in Margarine enthalten sind, sollten Sie meiden.
Im Grunde ist Clean Eating nichts anderes als der verantwortungsvolle Umgang mit Essen - es ist kein Hexenwerk. Essen Sie viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Alles, was Sie selbst herstellen können, sollten Sie nicht fertig kaufen. Und wenn doch, dann gilt: je kürzer die Zutatenliste, desto besser.