Asana, Om und Namaste: Das Lexikon des Yoga

A wie Asana, O wie Om - und was sind das eigentlich für Ketten, die die Yogis ständig mit sich herumtragen? Wir erklären in der Bildergalerie wichtige Begriffe aus dem Yoga. Namaste!

Was bedeutete "Yoga" eigentlich genau? Wortwörtlich bedeutet das aus dem indischen Sanskrit stammende Wort Einheit und Harmonie. Es steht für die Vereinigung von Geist, Seele und Körper.
Namaste ist das indische Grußwort. Sinngemäß bedeutet es: "Das Göttliche in mir verbeugt sich vor dem Göttlichen in dir."
Beim Gruß Namaste legt man die Hände vor seinem Körper aneinander. Eine kleine Verbeugung in Richtung der anderen Person vervollständigt den Gruß.
Als Mudra wird die Handhaltung beim Yoga bezeichnet. Mudras finden aber auch im indischen Tanz und in der Meditation Anwendung. Sie sollen helfen, sich zu fokussieren und die Energie zu lenken.
Das Anjali Mudra ist wohl das bekannteste Mudra. Die Hände werden vor dem Herzen in die Gebetshaltung gebracht. Das hat nichts mit dem religiösen Gebet zu tun, sondern soll Energie verleihen.
Um den Fokus auf etwas zu lenken, die Meditation zu vertiefen oder eine Intention zu manifestieren, gibt es die Mantras. Das sind Wörter, Liedzeilen oder Sätze, die entweder gesungen, gesprochen oder einfach nur gedacht werden.
Ohne das Prana kein Leben! Prana bedeutet wörtlich "Lebensenergie", die in jedem steckt. In anderen Kulturen ist sie auch als Qi bekannt. Pranayama bezeichnet reinigende Atemübungen, die Geist und Körper zusammenführen sollen. So ist das Ziel in einer Yoga-Stunde, die Bewegungen immer in Einklang mit dem Atem zu machen. Insgesamt gibt es über 50 Pranayama-Übungen.
Asana bedeutet übersetzt "der Sitz" und beschreibt die Haltungen im Yoga. Dazu zählt sowohl eine entspannende Position wie die Kindeshaltung wie auch der Shirshasana (Kopfstand), die Sarvangasana (Kerze) oder die Shalabhasana (Heuschrecke).
Ohne Bandha wird diese Haltung nicht klappen. Übersetzt bedeutet es "Bindung" und steht für die Anspannung bestimmter Muskeln, wodurch Energie im Körper gehalten und für Balance und Stabilität gesorgt werden soll. Formen sind das Mula Bandha (Anspannung Beckenboden), das Jalandhara Bandha (Kehl-Verschluss), das Uddiyana Bandha (Anspannung Bauch), sowie eine Kombination aus allen Bandhas namens Maha Bandha.
Drishti bedeutet "sehen" und beschreibt die Ausrichtung des Blicks. Es ist ebenfalls wichtig für die Balance und die Konzentration in einer Haltung. Für maximale Konzentration kann das Drishti in der Meditation auch auf das sogenannte "Dritte Auge" gerichtet werden. Dort befindet sich das Ajna-Chakra - eines von insgesamt sieben Chakras.
Chakras sind die Energiezentren im Körper, die nach Möglichkeit in Einklang und Balance gebracht werden sollen. So soll physisches und psychisches Wohlbefinden erreicht werden. Die sieben Chakren befinden sich an folgenden Punkten des Körpers ...
Von unten nach oben: das Wurzelchakra (Muladhara) am Ende der Wirbelsäule, das Sakralchakra (Svadhisthana), das im Unterbauch sitzt, das Manipura-Chakra in der Solarplexus-Zone, das Herz-Chakra Anahata, das Vishuddha-Chakra in der Kehle, das Ajna-Chakra im dritten Auge auf der Stirn über den Augenbrauen sowie Sahasrara - das Chakra auf der Kopfkrone.
Shala bedeutet "Zuhause" und steht für den Raum oder das Studio, in dem Yoga praktiziert wird.
Die Sutras sind die Schriften des indischen Gelehrten Patanjali, der als Vater des Yoga gilt. Die Verse beschreiben Yoga und den Weg zur Erleuchtung.
Malas sind Meditations- beziehungsweise Gebetsketten. Während einer Meditation wird bei jeder der 108 Perlen dasselbe Mantra wiederholt. 108 ist eine wichtige Zahl im Yoga: Nicht nur Mantras werden so oft wiederholt, sondern auch Sonnengrüße. Es gibt verschiedene Erklärungen für diese Zahl, eine davon ist, dass das Alphabet des Sanskrit aus je 54 männlichen und weiblichen Buchstaben besteht.
Es ist die heilige Silbe: Om. Das wichtigste Mantra steht für die Manifestation der heiligen Kraft und wird oft gemeinsam zu Beginn oder am Ende des Yoga-Unterrichts gesungen. Frei übersetzt bedeutet es: "Alles was gewesen ist, was ist und was noch sein wird."