Großbritannien, die USA, Frankreich und Deutschland äußern sich in einer Erklärung "entsetzt" über den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia. Die USA, Deutschland und Frankreich folgen der britischen Erklärung, dass Russland vermutlich die Verantwortung für den Anschlag trägt - und fordern gemeinsam Aufklärung von Russland.

Deutschland, Frankreich und die USA stellen sich im Fall des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hinter Großbritannien und fordern Aufklärung von Moskau.

"Es handelt sich um einen Übergriff gegen die Souveränität des Vereinigten Königreichs", erklärten die Staatschefs aller vier Länder am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung.

"Ein solches Vorgehen verletzt eindeutig die Bestimmungen des Chemiewaffenübereinkommens und das Völkerrecht. Es bedroht unser aller Sicherheit", schreiben Kanzlerin Angela Merkel (CDU), der französische Präsident Emmanual Macron, US-Präsident Donald Trump und die britische Premierministerin Theresa May in der Erklärung.

USA, Deutschland und Frankreich folgen britischer Einschätzung

Zudem erklären die Länder, dass sie der britischen Einschätzung folgen, wonach "Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für diesen Anschlag trägt".

Das beschuldigte Land solle dafür sorgen, dass alle offenen Fragen, die mit dem Anschlag im britischen Salisbury verbunden seien, beantwortet werden.

Russland solle insbesondere das Programm im Zusammenhang mit dem Nervengift Nowitschok voll umfänglich gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) offen legen.

Zum Schluss wird die Veto-Macht im UN-Sicherheitsrat aufgerufen, seiner Verantwortung nachzukommen, "den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit aufrecht zu erhalten."

Die vollständige Erklärung hat Regierungssprecher Steffen Seibert getwittert:

Auch NATO stellt sich hinter Großbritannien

Auch die Nato hat keine Zweifel, dass Moskau für den in Großbritannien verübten Nervengift-Anschlag verantwortlich ist. Die Attacke entspreche dem rücksichtslosen Verhalten Russlands in den vergangenen Jahren, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Wir haben keinen Grund, die Ermittlungsergebnisse und Einschätzungen Großbritanniens infrage zu stellen."

Die britische Regierung verdächtigt Russland, an einem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter beteiligt gewesen zu sein. Beide befinden sich weiterhin in einem kritischen Zustand.

Nach britischen Angaben wurden sie Opfer des Nervengifts Nowitschok, das in der früheren Sowjetunion entwickelt worden war. Daher glaubt London, dass Moskau hinter dem Attentat steckt.

Russland kündigt Antwort auf britische Sanktionen an

Russland weist die Vorwürfe zurück. Ein britisches Ultimatum zur Aufklärung der Herkunft des eingesetzten Gifts hatte Moskau verstreichen lassen.

Daraufhin hatte die britische Regierung unter anderem angeordnet, dass 23 russische Diplomaten das Land binnen einer Woche verlassen müssen.

Russland kündigte an, schnell auf die britischen Sanktionen zu reagieren. Das Außenministerium und andere Behörden schlügen Schritte vor, die Entscheidung werde Präsident Wladimir Putin treffen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau.

Eine Ausweisung britischer Diplomaten aus Russland gilt als nahezu gesichert. (cai/dpa)