Frankreich hat entschieden: Der liberale Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen ziehen in die Stichwahl um das Präsidentenamt ein. Der Wahlabend im Überblick.

Das Wichtigste in Kürze

Wir verabschieden uns aus dem Ticker. Bonne nuit.

23.21 Uhr: Offizielles Ergebnis erst am Mittwoch

Vorerst sind die Wahlhelfer noch mit Auszählen beschäftigt. Das komplette Ergebnis wird voraussichtlich am Montagvormittag vorliegen.

Die aktuellste Hochrechnung sehen Sie hier:

23.15 Uhr: Prognose deutet Stichwahl-Sieg Macrons an

Emmanuel Macron gegen Marine Le Pen. Er moderat und europafreundlich, sie radikal und EU-feindlich. Das ist das Duell der Stichwahl am 7. Mai.

Die Prognose hat Macron auf seiner Seite: Umfragen sehen den Ex-Wirtschaftsminister und Hoffnungsträger der Pro-Europäer klar vorn.

Viele frühere Wähler von Republikanern und Sozialisten würden sich wohl hinter ihn stellen, um Le Pen zu verhindern.

23.04 Uhr: Le Pen in Paris abgeschlagen

In der Hauptstadt sieht das Votum offenbar ganz anders aus, als im Landesdurchschnitt:

Nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen haben in Paris nicht einmal fünf Prozent der Wähler ihr Kreuz bei Marine Le Pen gemacht, berichtet die Zeitung "Le Parisien".

22.51 Uhr: Merkels Sprecher drückt Macron die Daumen

22.28 Uhr: Wilders feiert Le Pen

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, der bei den Wahlen in den Niederlanden vor wenigen Wochen unterlegen ist, hat Marine Le Pen über Twitter gratuliert.

Er sprach von einem "Freudentag für alle Patrioten Europas".

22.16 Uhr: Jean-Luc Mélenchon zweifelt an Hochrechnungen

Der Kandidat der Linken, Jean-Luc Mélenchon, will sich noch nicht geschlagen geben. "Wir kennen die Resultate aus den großen Städten noch nicht", schreibt er auf Facebook.

21.59 Uhr: Ausschreitungen in Paris

In Paris ist es zu Ausschreitungen gekommen. Ungefähr 300 Menschen folgten einem Aufruf antifaschistischer Bewegungen und kamen auf dem Bastille-Platz zusammen, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.

Der Protest richtet sich "gegen Marine und gegen Macron".

Auch an anderen Stellen gab es Krawalle. Jugendliche kippten einen Glascontainer um und zertrümmerten die Scheibe einer Bank. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

21.38 Uhr: Martin Schulz gratuliert Macron

21.31 Uhr: Gabriel legt sich auf Macron fest

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) glaubt an einen Sieg Macrons auch in der Stichwahl.

"Ich bin sicher, er wird der neue französische Präsident. Er war der einzige proeuropäische Kandidat, der sich nicht versteckt hat hinter Vorurteilen gegenüber Europa."

21.24 Uhr: Le Pen spricht von "historischem" Ergebnis

Rechtspopulistin Marine Le Pen hat ihr gutes Abschneiden "historisch" genannt. Sie rief "alle Patrioten" auf, sie auch im zweiten Wahlgang zu unterstützen.

"Es ist Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien, die ihm sein Verhalten vorschreiben wollen."

21.17 Uhr: TF1-Hochrechnung bestätigt Macrons Vorsprung

Auch der Sender TF1 sieht den sozialliberalen Emmanuel Macron nun vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Laut einer neuen Hochrechnung kam Macron auf 23 Prozent, die Chefin der rechtsextremen Front National auf 22 Prozent. Anfangs hatte der Sender die beiden noch auf Augenhöhe gesehen.

Die neue Hochrechnung bestätigt die Werte des Senders France 2.

21.15 Uhr: Hollande gratuliert Macron

In einem Telefonat hat der amtierende Präsident Francois Hollande Emmanuel Macron zum Einzug in die Stichwahl gratuliert. Das teilte das Präsidialamt mit.

21.08: Macron sieht Wende

Der Mitte-Links-Politiker Emmanuel Macron sieht seinen Erfolg bei der ersten Runde der Präsidentenwahl als eine Wende in der französischen Politik.

"Die Franzosen haben ihren Wunsch nach einer Erneuerung ausgesprochen", sagte Macron am Sonntag der französischen Nachrichtenagentur AFP.

20.53 Uhr: Auch Fillon jetzt für Macron

Nach dem Sozialist Hamon hat auch der konservative Kandidat François Fillon seine Niederlage eingeräumt.

Auch er will in der Stichwahl Macron unterstützen und hofft, dass sich seine Anhänger hinter Macron versammeln.

20.40 Uhr: Partystimmung in zwei Lagern

Grenzenlose Freude bei den Anhängern von Emmanuel Macron... (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

... und auch die Befürworter Marine Le Pens jubeln. (Foto: AFP)

20.22 Uhr: Deutsche Politiker erleichtert

Neben der Bundesvorsitzenden der Grünen, Simone Peter, hat sich auch FDP-Chef Christian Lindner bereits zu Wort gemeldet.

20.17 Uhr: Sozialisten geben Wahlempfehlung für Macron ab

Der unterlegene Kandidat der Sozialisten, Benoît Hamon, hat seine Niederlage eingestanden. Die "Auslöschung der Linken durch die extreme Rechte" sei eine schwere Wahlniederlage.

"Ich rufe dazu auf, die Front National so deutlich wie möglich zu schlagen, mit Stimmen für Emmanuel Macron, auch wenn er nicht der Linken angehört."

Sein Parteikollege Bernard Cazeneuve, der amtierende Premierminister, hat sich der Wahlempfehlung angeschlossen.

20.04 Uhr: Hochrechnung sieht Macron und Le Pen in Stichwahl

Der Mitte-Links-Politiker Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen liegen nach ersten Hochrechnungen vorn.

Wie die Sender France 2 und TF1 berichten, haben Ex-Wirtschaftsminister Macron und die Chefin der rechtsextremen Front National (FN) die besten Chancen, in die Stichwahl am 7. Mai einzuziehen.

Die Zahlen gelten noch als sehr vorläufig.

20.00 Uhr: Rien ne va plus

Es ist soweit. In diesem Moment haben im ganzen Land die Wahllokale geschlossen. Mit Spannung werden die ersten Hochrechnungen erwartet. Mehr zum Ablauf der Wahl lesen Sie hier.

19.48 Uhr: Süßes Statement

Was uns dieser Twitter-Nutzer wohl mit seinem Bild von Macarons – den typisch französischen Keksen – sagen möchte? Gibt es da etwa eine namentliche Ähnlichkeit zum Kandidaten seiner Wahl?

19.36 Uhr: Was für ein Wahllokal!

Keine Grundschule, keine Mehrzweckhalle - nein, in Nizza geht ein Teil der Einwohner im Musée Masséna wählen - ein Wahllokal, das sich sehen lassen kann, oder?

19.12 Uhr: Selfie mit Macron

Die Präsidentschaftsbewerber haben ihre Stimmen längst abgegeben, so auch Emmanuel Macron. Er wählte in Touquet an der nordfranzösischen Küste, wo er ein Ferienhaus besitzt.

Unbeobachtet ging das natürlich nicht vonstatten. (Foto: imago/IP3press)

19.00 Uhr: Die ersten Wahllokale schließen

In vielen Orten haben soeben die Wahllokale geschlossen. In größeren Städten haben die Menschen hingegen noch eine Stunde Zeit, um an die Urne zu gehen.

So lange dürfen französische Medien keine Umfragewerte oder Teilergebnissen veröffentlichen - es drohen 75.000 Euro Strafe.

18.57 Uhr: Einfach erklärt: das politische System in Frankreich

18.39 Uhr: Höhenflug des FN macht die Wahl brisant

Gemäßigte Wähler und Politiker verschiedener Coleur blicken mit Sorge nach Frankreich. Grund ist die Stärke des rechtspopulistischen Front National (FN) und seiner Frontfrau Marine Le Pen.

Umfragen sehen Le Pen, die aus dem Euro austreten, ein Referendum über einen EU-Austritt anstrengen und die Einwanderung scharf begrenzen will, bei deutlich über 20 Prozent. Damit wäre der FN erfolgreich wie nie.

Die Partei ist im Aufwind, seit Marine Le Pen 2011 die Führung von ihrem Vater übernommen hat und den radikalen Ansichten einen bürgerlichen Anstrich verpasst hat.

18.18 Uhr: Twitterperle aus dem Land der Gourmets

"Das versteh einer", schreibt Twitter-Nutzer Tonvoisin. "Die Franzosen wählen, obwohl sie doch schon einen superguten président haben."

17.49 Uhr: Erste Hochrechnung könnte auf sich warten lassen

Bei den vergangenen Präsidentenwahlen stand um 20 Uhr in der Regel fest, welche zwei Kandidaten in die Stichwahl einziehen.

Das könnte diesmal anders sein, weil die Meinungsforscher etwas weniger Zeit zur Erstellung der ersten Hochrechnungen haben. 2012 hatten nämlich die ersten Büros schon um 18 Uhr geschlossen.

17.26 Uhr: Wahlbeteiligung stabil

Die Wahlbeteiligung liegt bislang etwa so hoch wie bei der letzten Abstimmung vor fünf Jahren. Bei gutem Wetter in ganz Frankreich haben nach Angaben des Innenministeriums bis 17 Uhr 69,4 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. 2012 waren es um diese Uhrzeit 70,6 Prozent,

Randnotiz: Twitter-Nutzer Stanley Pignal hat eine eigene Erklärung, was die Wähler an die Urne zieht: Im französischen Konsulat in Mumbai gibt es kostenlos Croissants, Pain Chocolat und Kaffee.

16.54 Uhr: Andrang am Berliner Wahllokal

88.000 wahlberechtigte Franzosen leben in Deutschland. Sie haben die Möglichkeit, in Auslandsvertretungen abzustimmen. Wer in der französischen Botschaft in Berlin sein Kreuz machen will, braucht Geduld.

16.33 Uhr: Umfrage sieht Macron vorn

Laut einer vom belgischen Rundfunksender RTBF zitierten Umfrage lag Emmanuel Macron bis zum Mittag mit 24 Prozent knapp vor Le Pen (22 Prozent).

Jedoch: Die Zahlen sind mit großer Vorsicht zu sehen, denn der Sender sagte nicht, wo oder von welchem Institut die Umfrage durchgeführt wurde oder wie viele Personen befragt wurden. Damit ist auch unklar, ob sie repräsentativ ist.

16.05 Uhr: Die aussichtsreichsten Kandidaten und ihre politische Erfahrung

In die Top Fünf der aussichtsreichsten Kandidaten schafften es zuletzt folgende Bewerber. Keiner von ihnen ist politisch grün hinter den Ohren.

15.48 Uhr: Es geht um viel Macht

Die Franzosen bestimmen heute, welche zwei Kandidaten in die Stichwahl für das Präsidentenamt einziehen - ein Amt, das mit viel Macht ausgestattet ist. Denn Frankreichs zentralisiertes Staatswesen konzentriert die Macht stärker als in vielen anderen Demokratien in der Spitze der Exekutive.

15.30 Uhr: Herzlich willkommen zum Liveticker

Teaserbild: © Christophe Ena/AP/dpa