Der Pro-Europäer Emmanuel Macron hat die Präsidentenwahl in Frankreich gewonnen. Der 39-Jährige setzte sich in der Stichwahl deutlich gegen die rechtspopulistische Kandidatin Marine Len Pen durch. Die Entwicklungen des Wahltages in der Ticker-Nachlese.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Emmanuel Macron gewinnt deutlich gegen Marine Le Pen (20:00 Uhr)
  • Es zeichnet sich die niedrigste Wahlbeteiligung seit 1969 ab (18:20 Uhr)
  • Die Hochrechnungen und das Ergebnis zur Frankreich-Wahl:

Damit verabschieden wir uns aus dem Ticker. Gute Nacht.

23:15 Uhr: Macron hält Siegesrede vor seinen Anhängern

Vor dem Louvre-Museum in Paris hat Macron vor Tausenden jubelnden Anhängern gesprochen. Einige Zitate aus seiner Rede:

  • Der Dank an seine Anhänger: "Alle Welt hat uns gesagt, dass es unmöglich ist. Aber sie kennen Frankreich nicht. Vielen Dank für euer Vertrauen und euer Engagement."
  • Über die Wähler der Front National: "Ich respektiere sie. Aber ich werde in den kommenden Jahren alles tun, damit sie keinen Grund mehr haben, für Extreme zu stimmen."
  • Über die Wähler, die für ihn gestimmt haben, obwohl sie seine Positionen nicht vertreten: "Ich will ein Wort äußern für die Franzosen, die einfach abgestimmt haben, um die Republik gegenüber dem Extremismus zu verteidigen: Ich kenne unsere Meinungsverschiedenheiten. ich werde sie respektieren. Aber ich werde dieser Zusage treu sein: Ich werde die Republik verteidigen."

23:00 Uhr: Die Reaktionen internationaler Politiker:

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Frankreich-Wahl 2017: So reagiert die Welt auf den Sieg von Emmanuel Macron

Emmanuel Macron hat die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewonnen. Die Meinungen über den Wahlausgang sind überwiegend positiv. Manche gratulieren auch Marine Le Pen zum starken Ergebnis für die Front National.

22:52 Uhr: Macron tritt begleitet von Europahymne vor seine Anhänger

Begleitet von der Europahymne ist der künftige französische Präsident vor seine Anhänger getreten.

Der 39-Jährige wurde im Innenhof des Pariser Louvre-Museums von Tausenden jubelnden Anhängern empfangen.

Während Macron auf die Bühne neben der Glaspyramide trat, ertönte die Melodie von Beethovens "Ode an die Freude", die Hymne der Europäischen Union.

22:12 Uhr: Angela Merkel telefoniert mit Macron

Wie Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter postete, telefonierte die Bundeskanzlerin bereits mit Macron und gratulierte ihm zu dessen Wahlsieg:


22:06 Uhr: Front National will ihren Namen ändern

Die Partei von Marine Le Pen plant, ihren Namen zu ändern. Das kündigte Vize-Chef Florian Philippot nach der Bekanntgabe von Le Pens Niederlage an.

Demnach werde sich seine Partei in eine neue politische Kraft verwandeln und dann auch nicht mehr den gleichen Namen tragen.

21:58 Uhr: Macrons Anhänger feiern am Louvre

"En Marche!" hat einen Live-Stream zur Wahlparty Macrons auf YouTube gestellt:

Die Wahlparty am Platz vor dem Louvre in Paris

LIVE: Der frisch gewählte Präsident Frankreichs, Emmanuel Macron, feiert mit seinen Anhängern am Platz vor dem Louvre in Paris. © YouTube

Dort warten die Menschen auf den neu gewählten Präsidenten, der in Begleitung eines Polizeikonvois auf dem Weg zum Louvre ist.

Macrons Wahlparty am Louvre.

21:38 Uhr: Wie geht es weiter?

Am 11. und 18. Juni steht die Parlamentswahl an.

Dann wird sich zeigen, ob Macron auch effektiv regieren kann. Da seine junge "En-Marche!"-Bewegung bei der Wahl erstmals antritt, ist höchst fraglich, ob sie die Mehrheit in der Nationalversammlung erringt.

Ohne eigene Mehrheit in der Nationalversammlung wäre Macron gezwungen, eine Regierung zu ernennen, der auch Politiker eines anderen politischen Lagers angehören.

Die Rolle des Premierministers wird in diesem Fall deutlich aufgewertet.

Für den Präsidenten wäre es dann deutlich schwieriger, seine Pläne durchzusetzen - auch wenn Macron namhafte Unterstützer aus anderen politischen Lagern hat.

21:05 Uhr: Macrons erste Rede nach Wahlsieg

In seiner ersten Rede nach seinem Wahlsieg bedankte sich Macron bei seiner Konkurrentin Marine Le Pen. "Ich weiß, dass ein Teil der Franzosen Zweifel und Ängste haben", sagte Macron. Es sei allerdings seine oberste Verantwortung für die Sicherheit des Landes zu sorgen.


"Ich werde Frankreich verteidigen, das verspreche ich Ihnen. Und ich werde auch Europa verteidigen", so Macron, der als Pro-Europäer gilt.

Im Hinblick auf die zusehends gespaltene Gesellschaft in Frankreich sagte Macron: "Meine Verantwortung wird es sein, alle wieder zu vereinen."

20:55 Uhr: Zwölf Prozent der Stimmen wohl ungültig

Schätzungen von Fact-Checkern zufolge sollen zwölf Prozent der abgegebenen Stimmen ungültig gewesen sein - so viele, wie noch nie.

Zwölf Prozent entsprechen etwa vier Millionen Franzosen.


20:29 Uhr: Macron äußert sich nach Sieg

Macron wertet seinen klaren Sieg als neues Kapitel in der Geschichte Frankreichs.

Es werde eine neue Seite aufgeschlagen, "die der Hoffnung und des wiedergefundenen Vertrauens", so der linksliberale Politiker im Gespräch mit der französischen Nachrichtenagentur AFP.


20:22 Uhr: Die Bundesregierung beglückwünscht Macron

Regierungssprecher Steffen Seibert hat Macron zu dessen Wahlsieg bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich gratuliert:


20:16 Uhr: Le Pen räumt ihre Niederlage ein

Le Pen hat ihre Niederlage bei der Präsidentenwahl eingeräumt.

Sie habe Macron angerufen, um ihm zu gratulieren, sagte die Front-National-Politikerin am Sonntagabend in Paris.


Sie wünsche ihm Erfolg, weil sie "ein Herz für das höhere Interesse des Landes" habe.

Macron ist Frankreichs neuer Präsident

20:00 Uhr: Emmanuel Macron liegt nach ersten Hochrechnungen deutlich vor Marine Le Pen

Der Pro-Europäer Macron gewinnt die Präsidentenwahl in Frankreich.

Nach ersten Hochrechnungen setzte sich der 39-Jährige in der Stichwahl mit 65,1 bis 65,5 Prozent der Stimmen gegen Len Pen durch.

Die Front-National-Politikerin kam demnach am Sonntag nur auf 34,5 bis 34,9 Prozent.


Der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker Macron steht für einen klar europafreundlichen Kurs und tritt für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein.

Er soll spätestens am 14. Mai die Amtsgeschäfte des scheidenden Staatschefs François Hollande übernehmen.

Macron wird mit 39 Jahren der jüngste französische Präsident aller Zeiten sein.

Vorbereitungen zur Wahlparty Macrons am Louvre in Paris.

19:37 Uhr: "Le Monde" boykottiert Wahlparty von Le Pen

Mehr als zehn Medien wurden von der Wahlparty Marine Le Pens ausgeschlossen.

Die wichtigste französische Zeitung "Le Monde" boykottierte nun als Reaktion darauf die Veranstaltung. Darüber berichteten mehrere Medien.

Emmanuel Macron plant seine Wahlparty am Platz vor dem Louvre in Paris:


19:00 Uhr: Die meisten Wahllokale schließen

Die meisten Wahllokale in Frankreich schließen um 19:00 Uhr. Nur noch in den großen Städten wie Paris oder Lyon darf bis 20:00 Uhr gewählt werden.

Um 20:00 Uhr gibt es dann erste verlässliche Hochrechnungen aus der Stichwahl.

18:45 Uhr: Wahl-Aufruf aus dem All

Der französische Astronaut Thomas Pesquet hat von der Raumstation ISS aus seine Landsleute zum Wählen aufgerufen. "Vergesst heute nicht zu wählen", schrieb der 39-Jährige auf Twitter.


Er selbst habe trotz seines Aufenthalts im All bei der Präsidentschaftswahl seine Stimme abgegeben - mit Hilfe einer Vollmacht. "Also keine Ausreden!", twitterte Pesquet.

Geringe Wahlbeteiligung

18:20 Uhr: Niedrigste Wahlbeteiligung seit 1969 erwartet

Französische Meinungsforscher rechnen mit einer vergleichsweise niedrigen Wahlbeteiligung bei der Stichwahl.

Das Institut Ipsos erwartet bis zur Schließung der letzten Wahllokale um 20:00 Uhr eine Beteiligung von 74 Prozent, das Institut Harris Interactive geht in seiner Prognose vom Sonntagnachmittag sogar nur von 73 Prozent aus.

Beides wäre die niedrigste Beteiligung an einer Präsidenten-Stichwahl in Frankreich seit 1969.

17:58 Uhr: Justiz ermittelt nach Hackerangriff auf Macrons Wahlkampfteam

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt nach der Veröffentlichung interner Dokumente des Wahlkampfteams von Präsidentschaftsfavoriten Macron.

Die Behörde leitete Vorermittlungen wegen betrügerischen Zugriffs auf ein Datenverarbeitungssystem und Verletzung des Briefgeheimnisses ein.

Die Daten waren am Freitagabend unmittelbar vor dem Ende des französischen Wahlkampfs ins Internet gestellt worden.

17:41 Uhr: Pro-Europa-Demonstrationen in Deutschland

Mit Europafahnen und französischer Trikolore haben einige tausend Menschen in Deutschland für Europa demonstriert.

Viele Demonstranten erteilten der Europa-Gegnerin Le Pen eine klare Absage.

Zu den Kundgebungen in über 100 Städten hatte die pro-europäische Bewegung "Pulse of Europe" (auf deutsch: Puls/Impuls Europas) aufgerufen.


Allein in Frankfurt am Main versammelten sich rund 2.500 Demonstranten.

17:24 Uhr: Wahlbeteiligung deutlich gesunken

In Frankreich zeichnet sich bei der Stichwahl um das Präsidentenamt eine vergleichsweise schwache Wahlbeteiligung ab.

Bis 17:00 Uhr gaben nach Angaben des Innenministeriums 65,3 Prozent der Wähler ihre Stimme ab - das sind vier Prozentpunkte weniger als im ersten Wahlgang vor zwei Wochen.

Wenig Wahlhilfe bekommt Marine Le Pen am Tag der Stichwahl von ihrem Vater: Jean-Marie Le Pen erklärt in einem Interview, seine Tochter sei nicht geeignet für das Präsidentenamt. 


16:55 Uhr: Le Pens Vater hält seine Tochter nicht für geeignet

Der Vater von Marine Le Pen, Jean-Marie Le Pen, hält seine Tochter nicht für geeignet für das französische Präsidentenamt.


Sie habe Charakter, aber nötig seien auch andere Qualitäten, sagte der 88-Jährige der britischen Zeitung "The Sunday Times".

Trotzdem unterstütze er seine Tochter bei der Stichwahl am Sonntag. "Ich habe unmissverständlich dazu aufgerufen, für Marine Le Pen zu stimmen", sagte er.

Doch er sei nicht sehr enttäuscht, wenn sie verlöre.

Emmanuel Macron führt laut Umfrage

16:22 Uhr: Prognosen belgischer Medien sehen Macron vorne

Wie bereits vor zwei Wochen sickern vor den offiziellen Hochrechnungen erste Prognosen durch: Die belgische "Le Soir" veröffentlichte bereits am späten Nachmittag einen ersten Trend, der Macron laut Umfragen mit über 60 Prozent vorne sieht:


Wie und von welchem Institut die Umfragen durchgeführt wurden und wie viele Menschen befragt wurden, schrieb das Blatt nicht.

Die Zahlen sind demnach noch nicht wirklich belastbar.

In Frankreich ist die Veröffentlichung von Umfragewerten, Teilergebnissen und Hochrechnungen vor 20:00 Uhr verboten, es drohen 75.000 Euro Strafe. Französische Medien halten sich in der Regel daran.

16:17 Uhr: Wann gibt es die ersten Ergebnisse?

Anders als in Deutschland sind die ersten Ergebnisse, die um 20 Uhr veröffentlicht werden, keine Prognosen, sondern bereits Hochrechnungen auf Basis erster Auszählungen.

Denn viele Wahllokale schließen schon um 19:00 Uhr und zählen bereits aus, nur in großen Städten sind die Wahlbüros noch eine Stunde länger geöffnet.

In der Vergangenheit war mit den um 20:00 Uhr genannten Zahlen der Sieger bereits klar.

15:39 Uhr: Entwarnung nach Räumung am Louvre

Die Polizei hat den Platz am Pariser Louvre geräumt. Dabei ging es laut einer Polizeisprecherin um eine Sicherheitskontrolle, wie sie etwa beim Fund verdächtiger Gegenstände in der französischen Hauptstadt Routine ist.

Die Polizeipräfektur gab kurz darauf auf Twitter Entwarnung: "Abschluss der Überprüfungen, Rückkehr zur Normalität."

Am 8. Mai hat Frankreich die Wahl: Wer wird der neue Präsident des Landes? Marine Le Pen oder Emmanuel Macron? Die Kandidaten könnten verschiedener nicht sein.


15:20 Uhr: Wofür stehen die Kandidaten?

Der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron trifft bei der Präsidentschaftsstichwahl in Frankreich auf die Rechtspopulistin Marine Le Pen.


Der 39-jährige Emmanuel Macron tritt als unabhängiger Kandidat an.

Le Pen ist Spitzenkandidatin der rechtspopulistischen Front National (FN).

Diese Videografik erläutert die politischen Ziele Macrons und Le Pens in den Bereichen Europa, Einwanderung, Arbeit und Umwelt:


15:00 Uhr: So hoch ist die Wahlbeteiligung

Bis zum Mittag haben laut der französischen Zeitung "Le Monde" 28,23 Prozent der wahlberechtigten Franzosen ihre Stimme abgegeben.

Das ist fast genau so viel wie im ersten Wahlgang vor zwei Wochen. Am Ende lag die Wahlbeteiligung damals bei 77,8 Prozent.

In der ersten Wahlrunde landete Macron mit knappem Vorsprung auf Le Pen auf Platz eins.

Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen haben mit einem Oben-ohne-Protest vor einem Sieg der Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl gewarnt.


Brigitte Macron ließ sich scheiden, um Emmanuel Macron zu heiraten. Das ungewöhnliche Paar wagt nun den Sprung in die Pariser Machtzentrale. Frankreich könnte wieder eine "Première Dame" bekommen.


Mit Material von AFP/dpa
Teaserbild: © Michael Kappeler/dpa