Bei diesen US-Wahlen wurde es richtig eng

Am 3. November wird in den USA der Präsident gewählt - und es zeichnet sich ein knappes Ergebnis zwischen Donald Trump und Joe Biden ab. Immer wieder kam es in den Vereinigten Staaten zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Präsidentschaftswahl - das teilweise vom System entschieden wurde.

Bei der US-Wahl 2020 zeichnet sich ein enges Rennen um das höchste Amt der Vereinigten Staaten ab. Ein knappes Wahlergebnis könnte, so die Befürchtungen, verheerende Auswirkungen auf die politischen Institutionen in den USA haben. Gab es eine Wir werfen einen Blick zurück auf die knappsten Wahlausgänge der US-amerikanischen Geschichte.
Bis heute ist der Ausgang der Wahl im Jahr 2000 umstritten. Damals entschied der Demokrat Al Gore (li.) mit ganzen 543.895 Stimmen Vorsprung auf George W. Bush (r.), also 0,33 Prozent der insgesamt 103 Millionen abgegebenen Stimmen, die sogenannte "popular vote" für sich. Ausschlaggebend ist in den USA allerdings die "electoral vote": Durch das indirekte US-Wahlsystem erhielt er lediglich 266 Wahlmännerstimmen, Bush holte 271. Was folgte, war ein wochenlanger Streit um das Wahlergebnis im Swing State Florida. Schließlich entschied der Oberste Gerichtshof zugunsten von Bush, der am Ende in Florida mit 537 Stimmen vor Gore lag. Bis heute ist der Ausgang dieser Wahl umstritten.
Obwohl Amtsinhaber George W. Bush (li.) wegen seiner umstrittenen Außenpolitik heftig in der Kritik stand, gelang ihm die Wiederwahl. Das Ergebnis fiel diesmal weniger dramatisch aus als noch vier Jahre zuvor. Knapp wurde es dennoch: Bush siegte mit 286 Stimmen gegen 251 für seinen demokratischen Herausforderer John Kerry (r.).
1960 gab es ebenfalls ein äußerst knappes Wahlergebnis, als der Demokrat John F. Kennedy (li.) den republikanischen Vizepräsidenten Richard Nixon (r.) um nur 118.574 Stimmen oder 0,17 Prozent der insgesamt 69 Millionen abgegebenen Stimmen übertrumpfte. Damals profitierte - anders als 2000 - der in Führung liegende Mann vom Wahlsystem: Kennedy besiegte Nixon mit 303 zu 219 Wahlmännerstimmen.
Ein nach Wahlmännern knappes Rennen waren die Wahlen 1916. Damals schlug Amtsinhaber Woodrow Wilson (li.) seinen Herausforderer Charles Evans Hughes (r.) mit 277 zu 254. Er lag nach Wählerstimmen mit 49,2 zu 46,1 Prozent vorn.
1880 gab es das in absoluten Zahlen bis heute knappste Ergebnisse bei einer US-Präsidentenwahl: Der Republikaner James Garfield (r.) triumphierte über den Demokraten Winfield Hancock (li.) mit einem Vorsprung von nur 0,2 Prozent (48,27 zu 48,25 Prozent) - weniger als 2.000 der insgesamt 8,9 Millionen abgegebenen Stimmen gaben den Ausschlag. Garfield sicherte sich damit 214 Wahlmänner, Hancock nur 155.
Ein noch knapperes Ergebnis gab es bereits 1876: Wie im Jahr 2000 hatte auch damals der Demokrat, Samuel Tilden (li.), seinen republikanischen Gegner, Rutherford Hayes (r.), nach Stimmen besiegt. Nach einem undurchsichtigen Parteienkompromiss über die Stimmen mehrerer Staaten wurden diese allerdings Hayes zugeschlagen: Der Republikaner gewann mit 185 zu 184 Wahlmännerstimmen.
Auch die vergangene Wahl 2016 war erstaunlich knapp. Nach dem vielleicht giftigsten Wahlkampf in der Geschichte der amerikanischen Demokratie waren alle Experten von einem knappen Sieg durch Politveteranin Hillary Clinton ausgegangen. Mit einem Stimmanteil von 48,18 Prozent zu 46,09 Prozent konnte sich die Demokratin tatsächlich in der "popular vote" durchsetzen. Allerdings verlor sie das entscheidende Rennen um die so wichtigen Wahlmännerstimmen mit 304 zu 227 gegen ihren republikanischen Herausforderer Donald Trump.