Donald Trumps Chancen auf den Einzug in das Weiße Haus sind so gut wie nicht mehr vorhanden. Für den Milliardär liegt der Grund auf der Hand: die manipulierenden Medien. Seine Anhänger sehen das ähnlich - und passen ihr Vokabular nun auch demensprechend an. Das zuvor nur in Deutschland verwendete Wort "Lügenpresse" ist in den USA angekommen.

Weniger als zwei Wochen hat Donald Trump noch Zeit, die Bürger der USA von sich zu überzeugen. Am 8. November wird der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt und der Milliardär fällt in den Umfragen immer weiter hinter seine Konkurrentin Hillary Clinton zurück.

Keine Frage, es wäre die Sensation des Jahrhunderts, ein Mega-Coup historischen Ausmaßes und es klingt schlichtweg unfassbar: Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißt nicht Donald Trump und auch nicht Hillary Clinton, sondern Evan McMullin. Unmöglich? Nicht ganz.

Trump selbst will das Problem dafür längst erkannt haben. Wiederholt weist er auf Manipulationen hin - unter anderem in der Berichterstattung rund um den 70-Jährigen. Die Medien sollen demnach gezielt ein negatives Bild von Trump generieren, um seine Präsidentschaft zu verhindern.

"Das seid ihr! Lugenpresse!"

Diese Argumentation greifen auch immer mehr seiner Anhänger auf – und haben für die angeblich manipulierenden Medien nun auch einen Begriff für sich entdeckt, der in Deutschland vor allem von der populistischen Pegida-Bewegung schon lange verwendet wird: Es handelt sich um das Wort "Lügenpresse".

Ein Video in dem sozialen Netzwerk Twitter zeigt Trump-Sympathisanten, die lautstark das Wort "Lügenpresse" skandieren und den Medien unterstellen, mit Clinton unter einer Decke zu stecken. "That's what you are!" – zu Deutsch: "Das seid ihr!" – wirft der Herr mit der roten Mütze dem Journalisten vor. Auf die Frage, was genau das denn sei, antwortet der Trump-Fan: "Lugenpresse".

Doch mittlerweile weitet sich der Trend aus. Unter dem Hashtag #TheList werden auf Twitter jetzt auch eine Reihe von Journalisten aufgeführt, die in den Augen der Trump-Anhänger "Desinformationen verbreiten". Die Bilder der Personen wurden mit einem großen roten "X" übermalt.

"TheList" greift dabei das Thema "Lügenpresse" auf:

Das Wort "Lügenpresse" hat seinen Ursprung in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Er diente einst zur Diskreditierung der unabhängigen Medien, die nach Ansicht der Nazis vom "Weltjudentum" gesteuert sein sollten. Seit 2014 ist der Begriff auch immer wieder auf Demonstrationen der Pegida-Bewegung und der AfD zu hören.

(juv)