Der gewählte US-Präsident wird 78: Das bewegte Leben von Joe Biden in Bildern

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Nach einem Wahlkrimi steht Joe Biden als künftiger 46. US-Präsident fest. Der Demokrat feiert am 20. November seinen 78. Geburtstag. Ein Rückblick auf sein bewegtes Leben. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Joseph Robinette Biden, Jr. kam am 20. November 1942 in Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania zur Welt. Seine Vorfahren stammen überwiegend aus Irland. Nach dem Schulabschluss studierte der Sohn eines Autoverkäufers die Fächer Geschichte und Politikwissenschaft, bevor er 1968 an der privaten Syracuse University den Titel "Juris Doctor" erlangte und einen Karriereweg als Anwalt einschlug. Das Foto zeigt ihn 1974.
Bereits 1966 heiratete Biden seine Jugendliebe Neilia Hunter. 1969 kam ihr erster Sohn zu Welt: Joseph Robinette III., genannt Beau. Später folgten zwei weitere Kinder, Robert Hunter und Naomi Christina. Das Foto zeigt die junge Familie an Bidens 30. Geburtstag 1972. Kurz zuvor hatte er zum ersten Mal einen Sitz im US-Senat gewonnen - für den Staat Delaware.
Dann schlug das Schicksal zum ersten Mal zu. Knapp einen Monat nach Bidens Geburtstag, am 18. Dezember 1972, starben seine Frau und seine einjährige Tochter bei einem Autounfall. Die zwei Söhne überlebten das Unglück. Das Foto zeigt das Wrack am Unfallort.
Knapp einen Monat nach dem Unglück legte der Witwer seinen Amtseid als Senator am Krankenbett seines Sohnes Beau (r.) in Wilmington ab. Mit dabei: sein Schwiegervater Robert Hunter (2.v.r.). Als einer der jüngsten Senatoren der US-Geschichte vertrat der Politiker Delaware fortan insgesamt 36 Jahre lang. Der passionierte Bahnfahrer pendelte täglich von Wilmington nach Washington D.C..
Auch in der Außenpolitik profilierte sich der Politstar aus Pennsylvania. Lange Jahre saß er im US-Komitee für Außenbeziehungen. 1975 traf er, gemeinsam mit seinem Kollegen Senator John Sparkman (r.), auf die neu gewählte Vorsitzende der konservativen Partei in Großbritannien und spätere Premierministerin Margaret Thatcher.
Vor seiner Wiederwahl in den Senat bekam Biden 1978 im Wahlkampf Unterstützung vom damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter (l.). Das Foto zeigt die beiden bei einer Spendensammelaktion in Wilmington. Während seiner Zeit im Kongress setzte sich Senator Biden unter anderem für die Rechte von Frauen und gegen privaten Waffenbesitz und die Todesstrafe ein.
Neues privates Glück fand Biden mit der Studentin Jill Tracy Jacobs. 1977 heiratete er die Englischlehrerin, die heute zwei Masterabschlüsse und einen Doktortitel hat. 1981 kam ihre gemeinsame Tochter Ashley zur Welt. Das Foto zeigt das Paar 1987, als Joe Biden zum ersten Mal bekanntgab, für das höchste politische Amt der USA zu kandidieren.
Bereits sechs Wochen später zog der Präsidentschaftskandidat sich jedoch wieder aus dem Rennen zurück. Der Grund: Plagiatsvorwürfe. Biden soll die Rede eines britischen Politikers kopiert haben.
Im Anschluss - und nachdem 1988 ein lebensbedrohliches Aneurysma bei ihm entfernt wurde - widmete sich Joe Biden, hier in seinem Senatsbüro in Washington D.C., wieder hauptsächlich seinen Amtsgeschäften als Senator. Seine Themen: die nationale Anti-Drogenpolitik, die internationale Außenpolitik nach dem Kalten Krieg und...
... der Kampf gegen Terrorismus und Massenvernichtungswaffen. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gehörte Biden (r.) zu den Demokraten, die den damaligen Präsidenten George W. Bush (mi.) unterstützten und den Einsatz von Bodentruppen in Afghanistan befürworteten. Auch dem Irak-Krieg stimmte er zu - eine Entscheidung, die er bis heute bereut.
2004 wurde Biden im Wahlkampf des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry als künftiger Außenminister oder Vizepräsident gehandelt. Die Demokraten unterlagen jedoch, George W. Bush wurde wiedergewählt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Biden bereits Bekanntschaft mit einem jungen Kollegen im Senat gemacht: Barack Obama (r.). Gemeinsam saßen sie im Ausschuss für Außenbeziehungen. Das Foto zeigt sie 2005 mit der damaligen Außenministerin Condoleezza Rice.
Als Konkurrenten traten Obama (l.) und Biden (2.v.l.) 2007 in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten ein. Das Foto zeigt sie nach der ersten innerparteilichen Debatte. Am Ende hatte der Senator aus Illinois die Nase vorn. Die beiden wurden allerdings im Anschluss ein Team, Obama machte Biden zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten.
Im Wahlkampf präsentierten sich die Ehepaare Obama und Biden 2008 bereits als eingespieltes Team. Das Foto zeigt sie vor dem Old State Capitol in Springfield, Illinois, kurz nachdem Obama Biden als seinen "running mate" vorgestellt hatte.
Nach dem Wahlsieg von Obama und Biden definierte der Politiker seine Rolle als Vizepräsident neu. Anders als sein Vorgänger Dick Cheney agierte er eher im Hintergrund und sah sich als wichtigen Berater und Unterstützer des Präsidenten - wie hier 2010 bei einer Rede Obamas zum Thema Job-Wachstum in Hyattsville, Maryland.
Seine Expertise prädestinierte den Vizepräsidenten für Aufgaben in der Außenpolitik. Er reiste mehrmals für Gespräche mit anderen Regierungschefs oder die Wahrnehmung zeremonieller Termine ins Ausland. 2011 empfing er gemeinsam mit Außenministerin Hillary Clinton (r.) die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (l.) in Washington, D.C.
Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit fiel Biden 2013 eine weitere besondere Aufgabe zu. Nach dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown wurde er Vorsitzender einer Arbeitsgruppe zur Verschärfung des Waffenrechts - ein Thema, das bereits als Senator auf seiner Agenda gestanden hatte. Die Initiative scheiterte jedoch im Kongress.
2015 musste Joe Biden den zweiten schweren Schicksalsschlag in seinem Leben verkraften: Sein Sohn Beau starb an einem Hirntumor. Beau war Generalstaatsanwalt von Delaware und knapp ein Jahr lang auch als Offizier der Nationalgarde im Irak eingesetzt. Das Foto zeigt ihn und seinen Vater in Bagdad 2009.
Beau Biden hatte seinen Vater häufig öffentlich unterstützt - wie hier 2008 in Denver beim Nominierungsparteitag der Demokraten. Von einer erneuten eigenen Präsidentschaftskandidatur im Rennen um das Weiße Haus, mit der viele Beobachter fest gerechnet hatten, sah Biden nach dem Tod seines Sohnes jedoch ab.
2019 nahm der mittlerweile 77-Jährige die Herausforderung, Donald Trump abzulösen, jedoch an. Auch im Wahlkampf besuchte er die Gräber seines Sohnes, seiner ersten Frau Neilia und seiner Tochter Naomi in Wilmington, Delaware, regelmäßig - wie hier im September 2020.
Im Wahlkampf wurden auch Vorwürfe gegen Joe Biden erhoben - unter anderem des unangebrachten Verhaltens gegenüber Frauen. Die schwerwiegendste Anschuldigung: Biden soll Tara Reade, eine ehemalige Senatsangestellte, 1993 sexuell attackiert haben. Der Politiker bestreitet die Vorwürfe. Auf die Unterstützung prominenter Frauen wie Lady Gaga (hier im Jahr 2016) konnte Biden dennoch zählen.