CDU-Chef Friedrich Merz will derzeit keine Spitzenkandidaten-Debatte in der Union führen - trotz der Spekulationen über eine mögliche Kanzlerkandidatur von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

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"Wir haben eine Entscheidung im Spätsommer 2024 zu treffen, und bis dahin befassen wir uns nicht mit Personalspekulationen, sondern mit Themen", sagte Merz am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Diese Themen würden von einer großen Verunsicherung in der Bevölkerung in ganz Deutschland bestimmt.

Die Unzufriedenheit in den Bundesländern, "auch leider in Nordrhein-Westfalen", mit der Landesregierung sei fast genauso groß wie mit der Bundesregierung, sagte Merz. Die AfD in Nordrhein-Westfalen liege in Umfragen fast so stark wie im Bund, sagte er weiter. Wüst regiert in NRW mit Schwarz-Grün.

Wüst hatte vor kurzem zu seinen eigenen Ambitionen gesagt, dass seine Aufgaben "aktuell" in Nordrhein-Westfalen lägen. Auf die Frage nach der Bedeutung des Wortes "aktuell" wich er aus: "Alle Fragen, die darüber hinausgehen, stehen weder in meiner Partei noch in Deutschland gerade an." Die nächste Bundestagswahl findet 2025 statt. Nach dem Willen der CDU-Führung soll die Kandidatenfrage erst nach der Europawahl im Juni nächsten Jahres geklärt werden.

Wüst hatte am Freitag die Einbindung der CDU-Landesverbände bei der Entscheidung über den nächsten Kanzlerkandidaten der Union verlangt. "Sowohl die inhaltliche als auch die personelle Aufstellung ist Sache beider Unionsparteien", sagte der Vorsitzende des mächtigsten CDU-Landesverbands. "Es wäre für ein breites Meinungsbild gut, wenn neben dem CSU-Chef und CDU-Bundesvorsitzenden auch die Landesverbände in dem Prozess eine wichtige Rolle spielen." Bei einem Kleinen Parteitag der CDU in Berlin warb er am Freitag zudem für eine CDU in der politischen Mitte.  © dpa

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