• Vor dem zentralen Wahlkampfauftakt der Union hat CSU-Chef Söder den Druck auf Kanzlerkandidat Laschet erhöht.
  • Der Bundestrend sei "noch nicht ausreichend", sagte Söder.
  • Nun liege beim Kandidaten eine große Verantwortung.

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Die Stimmung in der Union bleibt nach den zulezt schwachen Umfrageergebnissen gereizt. Nun hat Fast-Kanzlerkandidat und CSU-Chef Markus Söder erneut Druck auf Kanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet aufgebaut.

"Es herrscht in der Union eine große Unruhe, was angesichts der Umfragen verständlich ist", sagte Söder dem "Münchner Merkur". Es sei nun "die Zeit des Erwachens, Durchstartens und des Kämpfens gekommen: Wir werden nicht einfach so ins Kanzleramt einziehen. Wir müssen hart kämpfen".

"Vielleicht besseres Ergebnis, wäre ich Kanzlerkandidat geworden"

Söder machte vor allem die bundespolitische Stimmungslage für die schlechten aktuellen Umfragewerte der Union verantwortlich. Der Bundestrend sei "noch nicht ausreichend", sagte Söder. Und fügte selbstbewusst an: "In Bayern hätten wir vielleicht ein besseres Ergebnis erzielen können, wäre ich Kanzlerkandidat geworden."

Zuletzt waren auch die Umfrageergebnisse der CSU eingebrochen. Eine an diesem Samstag von der "Augsburger Allgemeinen" veröffentlichte Civey-Umfrage sieht die CSU in Bayern nur noch bei 35,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat war das ein Minus von acht Punkten - und der schlechteste Wert seit zwei Jahren.

Söder will den Blick dennoch - oder womöglich auch gerade deshalb - nach vorne richten. "Jetzt müssen wir alles tun, um Armin Laschet zu unterstützen", sagt er im Interview. Bei dem Kandidaten liege eine große Verantwortung, "denn es kommt auf den Kanzlerkandidaten an, das war schon bei Adenauer, Kohl und Merkel so".

Generalsekretäre attackieren SPD und Grüne

Beim zentralen Wahlkampfauftakt der Union setzten derweil auch die Generalsekretäre der Schwesterparteien auf Einigkeit. Paul Ziemiak (CDU) und Markus Blume (CSU), haben ihre Parteien angesichts mieser Umfragewerte zum geschlossenen Kampf ums Kanzleramt aufgerufen.

"Diese Bundestagswahl ist nicht irgendein Farbenspiel, diese Bundestagswahl ist eine Richtungsentscheidung", sagte Ziemiak am Samstag zu Beginn der Veranstaltung. Er warnte vor linken Experimenten, auch ein Experiment mit einer Ampel dürfe es nicht geben.

Blume sagte, mancher habe schon versucht, die Union abzuschreiben. "Unterschätzt uns nicht, die Union. Sie ist da und wir werden auch gemeinsam kämpfen", rief er unter dem Jubel der gut 100 Wahlkämpfer, die anwesend waren. Die SPD sei und bleibe eine Partei der Belastung. Deren Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz sei "nicht der Mann der kleinen Leute, es ist eher der Genosse der Bosse" sagte Blume mit Blick auf den "Wirecard"- und den "Cum Ex"-Skandal. Bei den Leistungsträgern des Alltags setze Scholz auf Belastung. Die Grünen blieben eine "Partei der Verbote".

Von Kanzlerin Angela Merkel gab es Rückendeckung für Armin Laschet. CDU und CSU sollten gemeinsam dafür kämpfen, dass auch nach ihrer Regierungszeit weitere Jahre einer unionsgeführten Bundesregierung folgten, sagte Merkel in ihrer Rede. Unter dem Jubel der Wahlkämpfer in der Halle ergänzte sie: Gemeinsam "mit Armin Laschet als zukünftigen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland". (dpa/mko)

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