Das hätte vor wenigen Wochen wohl kaum jemand für möglich gehalten. In einer aktuellen Umfrage liegt die SPD vor der Union. Die große Frage lautet: Wie entwickelt sich das bis zur Bundestagswahl weiter?

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Knapp zwei Wochen nach Ausrufung von Martin Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten haben die Sozialdemokraten die Union nach einer neuen Umfrage erstmals überholt.

Im aktuellen Insa-Meinungstrend im Auftrag der "Bild"-Zeitung gewinnt die SPD im Vergleich zur Vorwoche vier Punkte hinzu und kommen laut "Bild Online" auf 31 Prozent.

Die Pläne der Sozialdemokraten für die Bundestagswahl.

CDU/CSU verlieren drei Punkte und kommen auf 30 Prozent. Bereits in den vergangenen Tagen konnte sich die SPD über einen deutlichen Aufwärtstrend in den Umfragen freuen.

Die Linke legt bei Insa um einen Punkt auf 10 Prozent zu. Die Grünen müssen zwei Punkte abgeben und schaffen 7 Prozent. Ihre Werte halten können die AfD mit 12 und die FDP mit 6 Prozent.

Im Fall einer Neuauflage der großen Koalition dürfte bei einem solchen Wahlergebnis die SPD den Kanzler stellen. Auch ein rot-rot-grünes Bündnis rückte demnach in die Nähe einer Mehrheit. "Es gibt eine Wechselstimmung. Damit ist die Bundestagswahl nicht entschieden, aber sie ist völlig offen", zitierte "Bild" dazu Insa-Chef Hermann Binkert. Für den Meinungstrend befragte Insa vom 3. bis 6. Februar 2042 Bürger.

SPD bleibt zurückhaltend

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley äußerte sich zu dem Umfrageergebnis zunächst zurückhaltend. "Wir freuen uns sehr", sagte sie zwar der Zeitung "Die Welt". Jetzt aber heiße es: "Dran bleiben und kämpfen", denn "der Wahlkampf ist noch lang".

"Umfragezahlen sind keine Wahlergebnisse", warnte auch der SPD-Politiker Johannes Kahrs. Die SPD müsse "weiter bescheiden und hart arbeiten".

Im jüngsten Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für "Bild am Sonntag" war die SPD bereits um 6 Punkte auf 29 Prozent in die Höhe geschossen.

Der Abstand zur Union hatte sich binnen einer Woche von 14 auf 4 Prozentpunkte verringert, die Union sackte auf 33 Prozent (minus 4 Prozentpunkte) ab. So nah beieinander lagen die beiden großen Parteien zuletzt 2012.

Der scheidende SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte Schulz am 24. Januar als Kanzlerkandidaten benannt, Ende Januar wurde Schulz von der SPD-Spitze offiziell als Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nominiert.

Schulz hat schon mehrfach vor zu großer Euphorie gewarnt. Die guten Umfragen gäben Schwung, aber ein Wahlsieg sei dies noch nicht. (dpa/AFP/tfr)