Überraschend gründen vier AfD-Abgeordnete im Schweriner Landtag eine neue Fraktion. Am selben Tag erklärt Parteichefin Frauke Petry in Berlin, dass sie der neuen AfD-Bundestagsfraktion nicht angehören will. Eine "konzertierte Aktion" sei das nicht, heißt es in Schwerin.

Einen Tag nach der Bundestagswahl hat sich die Landtagsfraktion der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gespalten.

"Bürger für Mecklenburg-Vorpommern" gegründet

Vier der 18 Abgeordneten gründeten am Montag eine neue Fraktion mit dem Namen "Bürger für Mecklenburg-Vorpommern" (BMV), wie Fraktionsgeschäftsführer und Pressesprecher Christian Hirsch in Schwerin erklärte.

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Zuvor seien sie aus der AfD-Fraktion ausgetreten. Nach eigenen Angaben wollen die vier Angeordneten aber in der Partei bleiben.

Der Schritt sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil AfD-Bundeschefin Frauke Petry am selben Tag ankündigte, dass sie der neuen AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören will.

Der Chef der abgespaltenen Fraktion in Schwerin, Bernhard Wildt, versicherte, es handele sich nicht um eine "konzertierte Aktion".

In Kontakt mit Frauke Petry

Man stehe aber in Kontakt mit Petry und Mitgliedern des Bundesvorstandes. "Ich will nicht ausschließen, dass die Motive von Frauke Petry ähnlich sind wie unsere Motive", sagte Wildt, der Co-Landesvorsitzender der AfD Leif-Erik Holm bleiben will, der in den Bundestag geht.

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Die Fraktion der AfD im Schweriner Landtag sei schon seit langem gespalten und zerrüttet, hieß es.

"Politische Differenzen über Sachfragen, über den Umgang mit den anderen Fraktionen und die Mitarbeit in den parlamentarischen Gremien werden verstärkt durch Differenzen im persönlichen Umgang miteinander", hieß es in einer schriftlichen Erklärung.

Der Weg der AfD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern müsse sich jetzt klären.

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© dpa