Gründen Frauke Petry und ihr Ehemann Marcus Pretzell eine Alternative zur AfD? Im Morgenmagazin von ARD und ZDF hat sich Pretzell nun geäußert - und eindeutig zweideutige Sätze gesagt. Auch Frauke Petry hat sich erklärt - zu einer Domainregistrierung.

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Der AfD-Partei- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, hat nach seinem angekündigten Austritt die Gründung einer neuen Partei angedeutet, ohne sich eindeutig darauf festzulegen.

"Lassen Sie sich überraschen, was wir so vorhaben"

"Es gibt derzeit keine Partei, die in der Lage wäre, politische Veränderungen in Deutschland durchzusetzen. Und wenn es keine gibt, dann muss man ... ja, lassen Sie sich mal überraschen, was wir so vorhaben", sagte er im ZDF auf die Frage, ob eine Neugründung geplant sei. "Wir sind dabei, wir führen eine ganze Menge Gespräche in diesen Tagen."

Die einzige relevante Volkspartei mit ansprechenden konservativen Werten sei, so Pretzell, die CSU. Doch diese tritt bekanntermaßen nur in Bayern an - und habe das Problem, "dass sie sich selbst kastriert und einschränkt".

Webadresse als Hinweis auf neue Partei?

Beweise für eine Partei-Neugründung gibt es bislang nicht. Abseits der Aussagen Pretzells lässt sich im Internet jedoch ein Indiz für ein solches Vorhaben der AfD-Aussteiger finden.

So wurde im Juli die Webadresse "www.dieblauen.de" registriert. Als Inhaberin der Domain wird eine Frauke Petry angeführt:

Auf Twitter lässt sich ebenfalls ein Account zur Parlamentariergruppe "Die Blauen" im Bundestag finden.

Dieser wurde am Mittwochmorgen registriert, verifiziert ist er allerdings noch nicht. Während die Web-Domain nachweisbar existent ist, könnte es sich beim Twitter-Konto demnach auch um das Werk von Spaßvögeln handeln.

Frauke Petry bestätigt Domainregistrierung

Petry hat die Domain-Registrierung mittlerweile bestätigt, eine Partei stecke aber nicht dahinter, sagte sie am Mittwoch am Rande einer Sitzung des sächsischen Landtages in Dresden. Das "Blau" verkörpere eine Idee, sei aber kein Parteiname.

Sie werde sich zu gegebener Zeit dazu äußern. Es sei noch zu früh, um über Details zu sprechen: "Mehr möchte ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht darüber sagen." Petry bekräftigte, dass sie politisch aktiv bleiben wolle.

Frauke Petry begründete Austritt mit "Radikalisierung"

Pretzell und seine Ehefrau, die Noch-Parteivorsitzende Frauke Petry, hatten am Dienstag angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und aus der AfD auszutreten. Petry hatte das mit der "Radikalisierung" der Partei begründet.

Auf die Frage nach einer Neugründung sagte Pretzell weiter: "Wir werden von vielen Leuten von außerhalb und auch innerhalb der AfD angesprochen. Wir werden uns jetzt erstmal bisschen Zeit nehmen, viele, viele Gespräche führen, und dann werden wir das machen, was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben." (dpa/sw/thp/cai)