Die Linke würde das deutsche Gesundheitssystem am liebsten komplett umkrempeln. Mit welchen Mitteln, das können Sie hier lesen.

Acht gleichberechtigte Spitzenkandidaten um Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht werden von der Linken ins Rennen geschickt.

Weg mit der privaten Krankenversicherung

Die Linke verfolgt natürlich auch in ihrer Gesundheits- und Pflegepolitik soziale Ziele. Nach dem Motto "eine Kasse für alle" will die Partei eine "solidarische Gesundheitsversicherung" einführen. Ziel ist es, den Beitragssatz konstant bei rund zehn Prozent des Einkommens zu halten. Versicherte müssten nur noch einen Anteil von 5,25 Prozent statt derzeit 8,2 Prozent zahlen, so die Partei in ihrem Wahlprogramm. Weiter heißt es, dass alle Einkommensarten beitragspflichtig werden sollen. Zu dem Konzept gehört auch die Abschaffung der privaten Vollversicherungen: "Die private Krankenversicherung wird auf Zusatzleistungen beschränkt."

Außerdem fordert die Linke das Aus für alle Zusatzbeiträge und Zuzahlungen. Stattdessen sollen die Krankenkassen alle notwendigen Leistungen wieder komplett bezahlen. Ferner befürwortet die Partei eine Preisgrenze für Medikamente und spricht sich gegen Versandapotheken aus. Vielmehr setze sie auf die Qualifikation und Erfahrung von Apothekerinnen und Apothekern. Auch die Korruption und Profitgier im Gesundheitswesen sowie die Privatisierung von Krankenhäusern sind der Linken ein Dorn im Auge. Bereits privatisierte Krankenhäuser will sie "in öffentliche und nichtkommerzielle Trägerschaften überführen".

Wie die anderen Parteien setzt die Linke auf Prävention. In diesem Zusammenhang fordert sie "ein Präventionsgesetz und eine Koordinierungs- und Entscheidungsstelle auf Bundesebene".

Pflege reformbedürftig

Das aktuelle Konzept der Pflegeversicherung sieht die Linke als gescheitert an. Daher stellt sie klar: "Eine sozial gerechte Pflegeversicherung muss perspektivisch alle nötigen Leistungen übernehmen." Folglich fordert sie auch hier eine solidarische Pflegeversicherung und lehnt die private Pflegezusatzversicherung ab. Nach Ansicht der Partei darf die Pflegevorsorge nicht privatisiert werden – dies führe sonst zu einer Zwei-Klassen-Pflege.

Wie die anderen Parteien auch will die Linke mehr Selbstbestimmung für Pflegebedürftige. Zudem sollen Pflegekräfte besser bezahlt und anerkannt werden.

Im Vergleich: Das fordern die anderen Parteien