Die Bundestagswahl ist vorbei, jetzt geht es an den Versuch, eine stabile Regierung zu bilden. Doch CSU-Chef Horst Seehofer bremst. Bevor es mit FDP und Grünen Gespräche geben soll, müsse erst eine Einigung mit der Schwesterpartei CDU gefunden werden. Und das sei so schwierig wie schon sehr lange nicht mehr.

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Ehe Sondierungsgespräche mit FDP und Grünen über die Bildung einer neuen Regierung beginnen, verlangt CSU-Chef Horst Seehofer zuerst eine Einigung mit der Schwesterpartei CDU. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Demnach mache es erst Sinn mit anderen Parteien zu reden, wenn CDU/CSU eine einheitliche Linie gefunden hätten.

"Die schwierigsten Gespräche seit Kreuth"

Laut "Süddeutscher Zeitung" fügte Seehofer in kleiner Runde hinzu, CDU und CSU stünden "vor ihren schwierigsten Gesprächen seit Kreuth 1976".

Er gilt als ewiger Nachfolger Seehofers. Darum wachsen jetzt seine Chancen.

Im besagten Jahr hatte CSU-Chef Franz Josef Strauß während einer Klausurtagung die Trennung von der CDU angekündigt. Erst nach wochenlangen Verhandlungen und gewaltigen Drohungen fanden die zwei Parteien wieder zusammen.

Seehofer hat alle öffentlichen Termine abgesagt, um eine Strategie für die Gespräche mit Kanzlerin Angela Merkel vorzubereiten, welche am kommenden Sonntag in Berlin beginnen sollen.

Flüchtlinge größtes Konfliktthema

Zu Seehofers Forderungen in diesen Gesprächen gehören insbesondere konkrete Antworten bei sozialen Themen wie Rente und Pflege.

Größtes Konfliktthema dürfte allerdings die von der CSU geforderte Obergrenze für Flüchtlinge werden, an der Seehofer weiterhin festhält. Merkel hingegen lehnt diese ab.

Vom Erfolg der Gespräche dürfte auch die politische Zukunft von Seehofer abhängen.

Nach dem Wahldebakel der CSU sind erste Stimmen laut geworden, die seinen Rücktritt gefordert haben.

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