Nach der Wahlpleite meldet sich auch der Grandseigneur der FDP zu Wort: Hans-Dietrich Genscher fordert eine Erneuerung. In der "Bild"-Zeitung unterstützt der frühere Außenminister den jungen Hoffnungsträger Christian Lindner. Der jungen Liberale soll seine Partei zukunftsfähig machen.

Genscher ist eines der Gesichter des Mauerfalls und der deutschen Einheit und bis heute einer der beliebtesten FDP-Politiker. Das Wahldesaster bezeichnet er in einem Gastbeitrag in der "Bild"-Zeitung als "dunkelste Stunde der Parteigeschichte". Darum fordert der 86-Jährige von seiner Partei Erneuerung. "Nicht der Liberalismus als die Sache der Freiheit gehört auf den Prüfstand, sondern seine Partei, die FDP", schreibt Genscher. Seine Hoffnungen setzt er auf Christian Lindner. Den 34-Jährigen erwarte eine "Herkulesaufgabe".

"Jetzt heißt es: Lindner an die Front."

Genscher sieht für den jungen FDP-Politiker ein schweres Erbe, aber auch eine neue Chance bei den kommenden Herausforderungen. Die Europawahl im Mai 2014 werde für die FDP zur ersten Bewährungsprobe. Dabei gehe es um den "Beitrag Deutschlands als größtes Land der EU zur Gestaltung der gemeinsamen europäischen Zukunft". Doch die Liberalen hätten für den Neuanfang nicht viel Zeit, "weil keineswegs feststeht, dass die nächste Bundestagswahl erst in vier Jahren stattfindet." (com)