Der Fall um den Erpresser von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wird immer skurriler. Jetzt enthüllt die "Süddeutsche Zeitung" die Identität des Drohbriefschreibers. Es soll sich um den ehemaligen Postvorstand Hermann Ude handeln.

Ein Postvorstand also, der aus Versehen den Erpresserbrief abgeschickt haben will. Viel seltsamer geht es eigentlich nicht.

Hermann Udes Begründung für das Schreiben des Drohbriefs ist immerhin nachvollziehbar. Er habe sich vor allem über Äußerungen von Steinbrück über die Ausbeutung von Geringverdienern geärgert, soll Ude laut "sueddeutsche.de" der Staatsanwaltschaft gesagt haben.

Daraufhin habe er den SPD-Kanzlerkandidaten postalisch zum Rückzug aus dem Wahlkampf aufgefordert. In dem Brief wurde damit gedroht, die illegale Beschäftigung einer Putzhilfe durch die Steinbrücks öffentlich zu machen. Diesen Vorwurf haben der Kanzlerkandidat und seine Frau weit von sich gewiesen.

Ude war bis 2011 bei der Deutschen Post im Vorstand für das Frachtgeschäft zuständig und zeitweise der Büroleiter des früheren Postchefs Klaus Zumwinkel. Nun will er einen Entschuldigungsbrief schreiben - den er dann sicher mit voller Absicht und nicht "aus Versehen" abschickt.

Allerdings wird Steinbrück dieses Entschuldigungsschreiben wohl erst nach der Wahl lesen können. Der Kanzlerkandidat der SPD ist gerade schwer damit beschäftigt, angesichts seiner umstrittenen "Stinkefinger"-Geste auf den guten Humor der Wählerschaft zu hoffen.

(ska)