Angela Merkel hat im vergangenen Monat stark an Zustimmung verloren. Das belegt das Ergebnis des aktuellen Deutschlandtrends. Ganze zehn Prozentpunkte büßte die Kanzlerin laut der ARD-Umfrage ein.

Das Ergebnis des Deutschlandtrends hat der Bundeskanzlerin eine herbe Enttäuschung beschert.

Merkel verliert massiv an Zustimmung

Insgesamt zehn Prozent Zustimmung der Bevölkerung verlor die Kanzlerin der ARD-Umfrage zufolge im vergangenen Monat.

Damit erreicht Angela Merkel kurz nach ihrem Urlaub einen Wert von 59 Prozent und steht auf der Beliebtheitsskala nur noch auf Platz drei.

Vor ihr liegen mit 64 Prozentpunkten Wolfgang Schäuble und Sigmar Gabriel mit 63 Prozent der Stimmen.

Auch bei der Direktwahlfrage verlor die Kanzlerin fünf Prozentpunkte.


Demnach könnte sich Angela Merkel aktuell 52 Prozent der Wählerstimmen sichern, wenn der Bundeskanzler beziehungsweise die Bundeskanzlerin direkt gewählt werden würde.

Angela Merkel weiter vor Martin Schulz

Trotz der gesunkenen Umfragewerte der Kanzlerin liegt sie immer noch weit vor ihrem Konkurrenten Martin Schulz.

Der Kanzlerkandidat der SPD kommt, mit einem Verlust von vier Punkten, bei der Beliebtheit auf 33 Prozent.

Für Schulz ist das der niedrigste Wert den er bislang im Deutschlandtrend verzeichnete. Bei einer Direktwahl könnte der SPD-Politiker aktuell 30 Prozent der Bevölkerung für sich gewinnen.

14 Prozent würden sich übrigens weder für Merkel noch für Schulz entscheiden (+3).

Über die Gründe des Sympathie-Absturzes der Kanzlerin kann nun spekuliert werden. Möglicherweise stehen die neuen Umfragewerte in Zusammenhang mit der Diesel-Affäre.

Falsche Politik im Diesel-Skandal?

Der neue Deutschlandtrend zeigt schließlich auch, dass der Ruf der deutschen Autobauer für 57 Prozent der Befragten durch die neuesten Skandale rund um die Manipulationen schwer gelitten hat.

Und hier kommt eben die Politik ins Spiel, vor allem der Umgang der Bundesregierung mit den Machenschaften von VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler wird kritisch bewertet.

67 Prozent aller Befragten gaben an, dass die Politik zu nachsichtig mit den Autobauern umgehe.

"Die Deutschen würden bei der Aufarbeitung des Diesel-Skandals andere Prioritäten setzen als die handelnden Politiker", heißt es beim Deutschlandtrend.

Mehrheit hat andere Prioritäten als Politik

63 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass für die Politik allein die Interessen der Autoindustrie sowie Arbeitsplätzen im Vordergrund stehen, nur 23 Prozent glauben, dass die Politik auch Umweltschutz und die Gesundheit der Bürger berücksichtigen würde.

Prioritäten im Diesel-Skandal Was ist für Sie am wichtigsten?
  • A
    Schutz der deutschen Auto-Industrie
  • B
    Sicherung der Arbeitsplätze
  • C
    Umwelt- und Gesundheitsschutz

Interessant - und eine mögliche Erklärung für Merkels Absturz - ist die Tatsache, dass sich eine Mehrheit der Befragten eine genaue Umkehr dieser Prioritäten wünscht:

66 Prozent plädieren für einen politischen Kurs gegenüber der Autoindustrie, der Umweltschutz und die Gesundheit in den Fokus rückt. Nur 14 Prozent gewichten wirtschaftliche Interessen stärker.