Die Bundestagswahlen und Kanzler in der Geschichte Deutschlands

Acht Kanzler gab es bisher in Deutschland - von Adenauer, über Brandt bis Merkel lenkten sie die Geschicke des Landes. Doch wer war noch mal wann genau? Der Überblick in Bildern.

1949 wird zum ersten Mal ein Bundeskanzler in Deutschland gewählt - und es wird Konrad Adenauer von der neu gegründeten CDU. Damals ist er schon 73 Jahre alt.
Seine erste Legislaturperiode ist erfolgreich. Im Palais Schaumburg lässt sich der ehemalige Kölner Bürgermeister feiern. Er gewinnt mit 45.2 Prozent am 8. September 1953 auch die 2. Bundestagswahl. Damit setzt sich die Westbindung - also die Orientierung an die USA - durch.
Bei der nächsten Wahl 1957 gewinnt Adenauer mit 50,18 Prozent sogar die absolute Mehrheit. Mit dem Slogan "Keine Experimente" demontiert er die SPD mit ihrem Kandidaten Erich Ollenhauer.
Ab 1961 ist er "Kanzler auf Abruf". Zwar wird Adenauer zum vierte Mal Bundeskanzler, doch im Alter von mittlerweile 85 ist er mehr und mehr Belastung für die Union. Außerdem wird ihm vorgeworfen zu zögerlich beim Bau der Berliner Mauer reagiert zu haben.
Bei der nächsten Wahl tritt Ludwig Erhard an. Sein Name ist untrennbar mit dem deutschen Wirtschaftswunder verwoben. Als Wirtschaftsminister überaus erfolgreich, bleibt er als Kanzler nur eine Übergangslösung. Gerade in der Außenpolitik kann er nicht überzeugen.
1966 tritt Erhard zurück. Sein Nachfolger wird Kurt Georg Kiesinger. Bei der Wahl 1969 tritt er für die CDU erneut an.
Bei dieser Wahl verliert gegen den SPD-Kandidaten Willy Brandt. Zum ersten Mal ist die CDU/CSU in der Opposition. Brandt geht eine Koalition mit der FDP ein.
Revolutionär ist seine Ostpolitik. Er setzt auf Annäherung statt auf Konfrontation gegenüber den sozialistischen Ländern im Osten. Das kommt beim Wähler an und so gewinnt er 1972 die Wahl erneut gegen den CDU-Kandidaten Rainer Barzel.
1974 tritt Brandt zurück. Die Guillaume-Spionage-Affäre gilt offiziell als Grund. Sein Nachfolger wird Helmut Schmidt, dem immer wieder vorgeworfen wurde, gegen Brandt intrigiert zu haben. Bei der Wahl 1976 setzt er sich nur knapp gegen Helmut Kohl durch.
1980 heißt Schmidts Gegner Franz-Josef Strauß. Der erste CSU-Kanzlerkandidat (ganz rechts im Bild) unterliegt allerdings. Lange regiert Schmidt allerdings nicht mehr. Nach einem konstruktiven Misstrauensvotum von Union und FDP muss er 1982 Helmut Kohl weichen.
Kohl gewinnt die Bundestagswahl 1983 gegen Hans-Jochen Vogel. Helmut Schmidt hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.
Helmut Kohl gewinnt auch 1987 gegen den SPD-Herausforderer Johannes Rau. Seine bedeutendste Zeit liegt allerdings noch vor ihm.
Und auch 1994 gewinnt Kohl - zwar knapp, dennoch reicht es für eine weitere Legislaturperiode mit der FDP.
1998 ist die Ära Kohl dann zu Ende. Bei der Bundestagswahl gewinnt der SPD-Kandidat Gerhard Schröder. Er führt die erste rot-grüne Bundesregierung an.
Gerade noch einmal gut gegangen: 2002 gewinnt Schröder ganz knapp gegen CSU-Herausforderer Edmund Stoiber. Vor allem sein Krisenmanagement beim Jahrhunderthochwasser an der Elbe brachte ihm viel Sympathie ein.
2005 gibt es vorgezogene Neuwahlen. Vor allem die Hartz-IV-Reform kostet Schröder Stimmen. Mit 51 Jahren wird Angela Merkel (CDU) die jüngste Kanzlerin und gleichzeitig die erste Frau in diesem Amt.
2009 gewinnt sie abermals die Bundestagswahl und kann mit ihrem Wunschpartner FDP koalieren. Die SPD kassiert eine historische Pleite und kommt auf nur 23 Prozent.
Und auch 2013 gewinnt sie deutlich gegen Peer Steinbrück. Ihr ehemaliger Koalitionspartner FDP geht schafft die Fünf-Prozent-Hürde nicht. Es folgt die zweite große Koalition.
2017 tritt Angela Merkel nun zum viertel Mal an - diesmal gegen den SPD-Herausforderer und ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz. Ihre Chancen stehen gut, die am längsten regierende Bundeskanzlerin der deutschen Geschichte zu werden.
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