Die eine wollen alle Steuerzahler entlasten, die anderen die Spitzenverdiener mehr belasten. Das führt manchmal zu eigenartigen Konstellationen, so dass Wenig-Verdiener in einem bestimmten Fall mehr zahlen müssen. Wie die Parteien in ihrem Wahlprogramm das Steuersystem ändern - oder beibehalten wollen, stellen wir Ihnen hier vor.

Mit Angela Merkel als Spitzenkandidatin muss der CDU nicht bange sein. Die Kanzlerin ist eine gewiefte Machtpolitikerin. Sie weiß, wie man Wahlen gewinnt.

Union und FDP

Union und FDP lehnen Steuererhöhungen ab – auch für Gutverdienende: Die "Leistungsträger" in der Gesellschaft dürften nicht für ihre Anstrengungen bestraft werden. Die Regierungsparteien wollen vielmehr die Mittelschicht entlasten, in dem sie die sogenannte kalte Progression abbauen: Denn bisher bleibt vielen Beschäftigten von einer Lohnerhöhung kaum etwas übrig, weil sie in einen höheren Steuertarif rutschen. Die Liberalen halten darüber hinaus noch eine grundlegende Reform des Steuerrechts für notwendig und stellen dem Wähler ein "einfaches, niedriges und gerechtes Steuersystem mit moderaten Sätzen und wenigen Ausnahmen" in Aussicht.

Das ARD-Magazin Plusminus hat die Steuerpläne der Parteien genau unter die Lupe genommen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Steuerpläne von Union und FDP alle Steuerzahler entlasten, egal ob verheiratet, mit oder ohne Kind.

Die Oppositionsparteien

Die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke streben eine Steuerreform an, damit die unteren Einkommen entlastet und Gutverdiener stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden. So will beispielsweise die SPD den Spitzensteuersatz für Einkommen ab 100.000 Euro von derzeit 42 beziehungsweise 45 Prozent auf 49 Prozent erhöhen.

Für die darunter liegenden Steuerzahler ändert sich damit kaum etwas - allerdings haben Spitzenverdiener laut den Plusminus-Analysen mit Kindern so deutlich weniger Geld zu Verfügung, da sich die Freibeträge für die Kinder ändern.

Auch die Grünen wollen den Spitzensteuersatz auf 49 Prozent anheben, allerdings schon ab einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro. Alle, die weniger als 60.000 Euro verdienen, sollen dafür entlastet werden.

Auch bei den Grünen zeigt sich laut den Plusminus-Analysen ein zweigeteiltes Bild - die Gutverdiener werden zwar stärker belastet, aber nur als Alleinverdiener, Doppelverdiener kommen mit und ohne Kind besser weg.

Linke im Steuerzwiespalt

Noch einen Schritt weiter gehen die Linken: Sie fordern einen Spitzensteuersatz von 53 Prozent ab einem Einkommen von 65.000 Euro. Darüber hinaus soll es eine Reichensteuer geben: Jeder Euro, der – nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge – über einer Million Einkommen liegt, soll mit 75 Prozent besteuert werden.

Leider funktionieren die linken Steuerpläne nur in der Theorie, da die Linken gleichzeitig das Ehegattensplitting kippen. Damit zahlen Ehepaare mit nur einem Verdiener durch alle Einkommensstufen mehr Steuern.

Einig sind sich SPD, Grüne und Linkspartei auch in ihrer Forderung nach einer Vermögenssteuer.

Piraten fordern Reform der Einkommenssteuer

Eine ähnliche Formulierung wie die FDP haben auch die Piraten in ihrem Wahlprogramm: Sie fordern eine Reform der Einkommensteuer durch ein verständliches Steuersystem, das ohne Ausnahmen auskommt.

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