Ausgerechnet nach einer derart turbulenten Polit-Wochen wie der vergangenen wurde Deutschlands populärsten Talkshows "Anne Will" nicht ausgestrahlt. Wie nun bekannt wurde, hatte die Redaktion durchaus versucht, eine Sendung auf die Beine zu stellen - allerdings fanden sich offenbar keine Gäste.

Das Erste hätte Anne Will am Sonntagabend gerne talken lassen. Das ist nach Angaben der ARD vom Montag aber an der erfolglosen Suche nach geeigneten Gesprächspartnern gescheitert.

"Wenn was passiert, kommen wir zurück"

Ursprünglich war am Abend vor Rosenmontag keine "Anne Will"-Sendung geplant gewesen, die üblicherweise auf den Sonntagabendkrimi folgt.

In der bislang letzten Ausgabe der Talkshow am 4. Februar hatte Will erklärt: "Wenn nichts dazwischen kommt, sind wir nächsten Sonntag nicht da, sondern im Karneval. Aber wenn was passiert, kommen wir natürlich zurück."

Und es ist bekanntlich "etwas" passiert: Nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen, den Diskussionen um die Verhandlungsergebnisse und der Kritik am Noch-SPD-Parteivorsitzenden Martin Schulz habe es die Überlegung gegeben, dennoch eine außerplanmäßige Sendung auf die Beine zu stellen.

Das sei allerdings gescheitert, sagte ein Sprecher des für die Sendung zuständigen Norddeutschen Rundfunks.

Potenzielle Gäste haben sich "Zurückhaltung auferlegt"

Die Redaktion habe intensiv an einer außerplanmäßigen Ausgabe gearbeitet. "Allerdings hatten sich potenzielle Gäste für eine einstündige Gesprächssendung an diesem Sonntag offenbar Zurückhaltung auferlegt", heißt es in einer ARD-Mitteilung.

In den sozialen Medien hatte es Kritik daran gegeben, dass Anne Will ausgerechnet nach einer politisch so bewegten Woche nicht zu sehen war.

Von der "Anne Will"-Redaktion oder ihr selbst gab es auf Anfrage keine Stellungnahmen zu den kritischen Stimmen. "Das Statement der ARD ist auch unseres." Am kommenden Sonntag (18. Februar) ist die Diskussionsrunde im Ersten wieder auf Sendung. (dpa / jwo)

Bildergalerie starten

Der Absturz des Martin Schulz: Von "Mister 100 Prozent" zur tragischen Figur

Die Euphorie war riesig. Die Enttäuschung ist es nun auch. In weniger als einem Jahr wurde aus dem großen SPD-Hoffnungsträger Martin Schulz ein Symbol für den desolaten Zustand der Partei. Ein Rückblick.

© dpa