Die Parteivorsitzenden der großen Koalition haben Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch als gemeinsamen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt vorgestellt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die politische Erfahrung des bisherigen Außenministers Frank-Walter Steinmeier (SPD) als wichtige Voraussetzung für das Amt des Bundespräsidenten gelobt. Steinmeier "ist der richtige Kandidat in dieser Zeit", sagte Angela Merkel bei der offiziellen Vorstellung des SPD-Politikers gemeinsam mit SPD-Chef Sigmar Gabriel und dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer.

Steinmeier werde die Unterstützung vieler Bürger haben. Die Menschen wüssten, dass sie ihm vertrauen könnten, unter anderem wegen dessen Bodenständigkeit und auch dessen Kenntnis der Welt.

Die Union hatte bei der Suche nach einem Nachfolger für Joachim Gauck nach langem Tauziehen am Montag eingelenkt und die Nominierung Frank-Walter Steinmeiers akzeptiert. Der Bundespräsident wird am 12. Februar 2017 von der Bundesversammlung gewählt.

Steinmeier: Bundespräsident kein "Vereinfacher"

Steinmeier will sich als Staatsoberhaupt gegen eine Spaltung der Gesellschaft einsetzen. "Jetzt kommt es auf eine lebendige, auf eine wache politische Kultur an", sagte der Außenminister. Er wolle mit allen zusammenarbeiten über Parteigrenzen und soziale Grenzen hinweg. "Für eine politische Kultur, in der wir miteinander streiten können, aber respektvoll miteinander umgehen", sagte Steinmeier.

Der SPD-Politiker betonte, ein Bundespräsident dürfe kein Vereinfacher, sondern solle ein Mutmacher sein. Es sei eine große Ehre, in stürmischen Zeiten vorgeschlagen zu werden. "Meine Freude auf die Aufgabe ist groß, mein Respekt davor noch größer."

Steinmeier betonte die besondere Verantwortung, die Deutschland wegen seiner Vergangenheit trage. "Unser Land verkörpert vielleicht wie kein anderes Land der Welt die Erfahrung, dass aus Kriegen Frieden werden kann, aus Teilung Versöhnung und dass nach der Raserei von Nationalismus und Ideologien so etwas einkehren kann wie politische Vernunft", sagte der Bundesaußenminister. "Dafür stehen wir Deutsche, und das sollten wir uns in unserer Mitte bewahren. Und das können wir einbringen in diese unfriedlich gewordene Welt." (dpa/reuters)

Am Montag hatte die Union den von der SPD vorgeschlagenen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum Kandidaten für das höchste Staatsamt - das Amt des Bundespräsidenten - akzeptiert. Die Presse bewertet seine Nominierung überwiegend positiv - einige Politiker kommen in dem vorangegangenen Schauspiel innerdeutscher Machtpolitik jedoch nicht gut weg.