Frank-Walter Steinmeier ist bereits im ersten Wahlgang von der Bundesversammlung zum neuen Bundespräsidenten gewählt worden. Die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft fallen positiv aus. Eine Übersicht.

  • Kreml hofft mit Steinmeier auf "produktive Zusammenarbeit"

Russlands Staatschef Wladimir Putin hofft mit der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten auf stabile bilaterale Beziehungen und eine "produktive Zusammenarbeit".

Putin sei zuversichtlich, dass dessen Arbeit zur Entwicklung der russisch-deutschen Beziehungen beitragen werde, teilte der Kreml in Moskau mit.

Der Kremlchef gratulierte Steinmeier zur Wahl und lud ihn zu einem Besuch nach Russland ein, "wann immer es ihm passt." Putin sei daran interessiert, "den konstruktiven Dialog wie aktuelle Fragen der bilateralen und internationalen Tagessordnung fortzusetzen."

  • Angela Merkel: Steinmeier wird ein "hervorragender Bundespräsident" sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich hoch erfreut über die Wahl Steinmeiers gezeigt. "Ich bin überzeugt, er wird ein hervorragender Bundespräsident für unser Land sein", sagte die CDU-Vorsitzende. Es sei "ein guter Tag für die Bundesrepublik Deutschland".

Steinmeier werde Staatsoberhaupt "in schwierigen Zeiten" sein. "Und ich traue ihm zu, dass er unser Land durch diese schwierigen Zeiten in seiner Funktion sehr gut begleiten wird."

Der SPD-Mann habe als Außenminister in schwierigsten Situationen immer das Fingerspitzengefühl gehabt, nach Lösungen zu suchen, lobte Merkel.

Der 61 Jahre alte Sozialdemokrat sei ein Mann, "der auf Menschen zugehen kann". Er habe aber auch gezeigt, dass er über Parteigrenzen hinweg Kompromisse schmieden könne. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit.

  • Horst Seehofer: Steinmeier wird Amt so gut wie Gauck ausüben

Auch CSU-Chef Horst Seehofer begrüßt die Wahl Steinmeiers zum neuen Bundespräsidenten. Der CSU sei es darauf angekommen, dass der Nachfolger Joachim Gaucks mit der gleichen Qualität sein Amt ausüben werde, sagte Seehofer in der ARD. "Das wird bei Frank-Walter Steinmeier der Fall sein."

Seehofer verteidigte erneut die Entscheidung für den ehemaligen Außenminister von der SPD als gemeinsamen Kandidaten der großen Koalition. "Wir hatten keine eigenen Kandidaten, der zugestimmt hat, und einen Grünen wollte ich persönlich nicht."

Bei der Wahl sei es nun darauf angekommen, das der SPD gegebene Wort auch einzuhalten.

  • Dietmar Woidke: Steinmeier ist Bundespräsident mit diplomatischen Geschick

Mit Steinmeier hat Deutschland aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) einen "Bundespräsidenten mit großem diplomatischen Geschick" bekommen.

Steinmeier werde den Bürgern in unübersichtlichen Zeiten Orientierung geben, sagte Woidke. Steinmeier sei genau der richtige Mann dafür, "weil eine besonnene, gelassene und erfahrene Persönlichkeit wie er, Deutschland gerade in diesen krisenhaften Jahren gut tut".

  • Reiner Haseloff: Steinmeier kennt die ostdeutschen Probleme

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hält Steinmeier für eine glückliche Wahl. "Wir haben einen guten Bundespräsidenten bekommen, der die ostdeutschen Probleme kennt", sagte Haseloff.

Der Ministerpräsident gratulierte dem ehemaligen Außenminister kurz nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse. "'Vergessen Sie den Osten nicht', habe ich ihm dabei gesagt", erklärte Haseloff.

  • Joachim Löw lädt Steinmeier in die Kabine ein

Bundestrainer Joachim Löw hat Steinmeier dazu eingeladen, die Nationalmannschaft bei einem der nächsten Spiele in der Kabine zu besuchen.

"Er ist jederzeit herzlich willkommen", sagte der DFB-Coach. Löw war von den Grünen als Delegierter nominiert worden.

Er begrüßte die Wahl Steinmeiers. "Ich glaube, er steht für viele gute Werte, und ich glaube, er wird dieses Amt hervorragend bekleiden."

Der Bundestrainer lobte vor allem die Ehrlichkeit, Offenheit und Toleranz Steinmeiers. Der 61-Jährige hat früher selbst Fußball gespielt und ist Fan von Schalke 04.

  • Steinmeiers Frau Elke Büdenbender nach Wahl gerührt und stolz

Steinmeiers Ehefrau Elke Büdenbender reagierte emotional auf die Wahl: "Ich bin noch ganz gerührt und ich bin auch stolz, und bemühe mich dann auch, der Aufgabe gerecht zu werden."

In seiner ersten Rede hat der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor allem eines gefordert - mutig sein. Er nannte Deutschland einen "Anker der Hoffnung" für die Welt. Lob kam vom Koalitionspartner.

(dpa/tfr)