Die Union hat angekündigt, Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einer Kandidatur für das Bundespräsidentenamt zu unterstützen. Für Kanzlerin Angela Merkel ist es eine Vernunftsentscheidung, auch für die CSU ist der Außenminister ein geeigneter Kandidat. Nur die Linke hadert mit der Nominierung.

Die wichtigsten Politiker-Reaktionen zu einer möglichen Bundespräsidenten-Kandidatur von Frank-Walter Steinmeier im Überblick.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Es ist eine Entscheidung aus Vernunft."
  • CDU-Generalsekretär Peter Tauber: "Es steht den Volksparteien in diesen bewegten Zeiten gut an, gemeinsam eine respektable Persönlichkeit für das höchste Staatsamt vorzuschlagen. (...) Frank-Walter Steinmeier hat mit seiner Arbeit in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er Gräben überwinden will und sich auch in schwierigen Situationen um den Ausgleich bemüht."
  • SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel: Steinmeier hat sich "hohes Ansehen (...) erworben, schon seit vielen Jahren". Er genieße das Vertrauen der Bürger. "Dieses Vertrauen brauchen wir in der heutigen Zeit besonders" angesichts zahlreicher Umbrüche. Der Bundespräsident trage hohe Verantwortung für liberale und soziale Grundwerte - Steinmeier sei daher der richtige Mann.
  • SPD-Vize Ralf Stegner: "Merkel meidet das Risiko."
  • Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die geplante Nominierung Steinmeiers als "großartige Entscheidung" gelobt. Er zolle der Union ausdrücklich Respekt dafür, dass sie den SPD-Politiker mittrage. Schröder sei klar, dass Steinmeier "ein sehr guter [Bundespräsident] werden wird."
  • SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann: "Steinmeier wird ein hervorragender Bundespräsident werden. Er steht für Verantwortung, Verlässlichkeit und Zusammenhalt."
  • Johannes Kahrs, Sprecher des konservativen SPD-Flügels: "Der beste Mann wird Bundespräsident. Traumschön. Qualität statt Proporz."
  • CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer: "Ein guter Kandidat in diesen außenpolitisch so herausfordernden Zeiten."
  • Bayerns Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner (CSU): "Ich halte Steinmeier persönlich für einen guten Kandidaten."
  • Manfred Weber, Europa-Abgeordneter der CSU: "Steinmeier ist ein guter Kandidat. Deutschland braucht eine starke Führung, gerade in der jetzigen Situation."

Die Linkspartei hingegen will Steinmeiers Bewerbung um das Bundespräsidentenamt nicht unterstützen, sondern einen eigenen Kandidaten aufstellen. Das kündigten die Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger in mehreren Interviews an.

Am kommenden Montag sollen demnach dazu Beratungen des Fraktions- und geschäftsführenden Parteivorstands stattfinden.

  • Linken-Chefin Katja Kipping im "Tagesspiegel": "Es zeigt sich, dass Steinmeier kein Angebot an die Linke, sondern an Schwarz-Rot ist."
  • Ko-Parteichef Bernd Riexinger in der "Rheinischen Post": "Steinmeier ist der Kandidat der großen Koalition."
  • Laut der Linken-Fraktionsvorsitzenden Sarah Wagenknecht sei die Nominierung eines eigenen Kandidaten eine Verdeutlichung, "dass es eine Alternative zu Sozialabbau und Kriegseinsätzen gibt".

Der Nachfolger von Bundespräsident Joachim Gauck, der nicht erneut antritt, wird im kommenden Februar gewählt. (dpa/AFP/tfr)