Sechs Verletzte, zu wenig Polizei: Die dramatischen Bilder der Demonstration in Chemnitz

Zuerst sammelten sich Rechtsextreme zur Spontandemo, kurz darauf entstand ein Gegenprotest: Im Laufe gestrigen Tages zogen mehrere tausend Menschen durch die Innenstadt. Die Polizei musste rechte und linke Demonstranten trennen, nur mit Mühe konnte eine Eskalation verhindert werden.

In der Nacht zum Sonntag wurde ein 35-jähriger Mann in Chemnitz getötet. Die Polizei hat Haftbefehle gegen zwei Tatverdächtige erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 23-jährigen Syrer und einem 22-jährigen Iraker gemeinschaftlichen Totschlag vor. Sie sollen mehrfach auf den Deutschen eingestochen haben. Am Montag wurden Kerzen und Blumen am Tatort abgelegt.
Nachdem der Vorfall bekannt gworden war, kam es am Montagnachmittag zu Demonstrationen in der Chemnitzer Innenstadt. Rund um das Karl-Marx Monument sammelten sich rechtsextreme Gruppierungen.
Parallel dazu entwickelte sich eine Gegendemonstration linker Parteien direkt gegenüber an Stadthallenpark.
Dort demonstrierten mehr als tausend Menschen unter dem Motto "Nein zu Rassismus und Gewalt" für Demokratie.
Die Stimmung wurde immer angespannter und aggressiver. Die Polizei musste ein Aufprallen von rechten und linken Gruppen verhindern.
Demonstranten der rechten Szene zündeten Feuerwerkskörper, Gegenstände wurden geworfen.
Auch nach Sonnenuntergang zogen rund 1.000 Menschen, darunter erkennbar zahlreiche Rechtsextreme, durch die Innenstadt. Dabei kam es immer wieder zu Hetzjagden gegen Migranten.
Erst im Laufe des Abends lösten sich beide Demonstrationen langsam auf. Insgesamt wurden sechs Menschen verletzt. Nach Einschätzung der Polizei am Abend konnte eine Eskalation und ein Aufeinandertreffen der beiden Lager nur mit Mühe verhindert werden. Allerdings velief der Einsatz "nicht störungsfrei": Man habe mit einigen Hundert Teilnehmern gerechnet und sich entsprechend vorbereitet. Letztendlich war die Teilnehmerzahl wesentlich höher als erwartet.