Die USA verlangen von allen Ländern weltweit einen sofortigen Verzicht auf den Import von iranischem Öl und drohen allen, die dieser Forderung nicht Folge leisten. Damit eröffnet US-Präsident Donald Trump nach der Kündigung des Atomabkommens eine neue Eskalationsstufe.

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Die USA wollen nach ihrem Austritt aus dem Atomabkommen mit dem Iran dem Land mit einem Total-Embargo beim Öl die wichtigste Einnahmequelle nehmen.

Es sei richtig, dass die USA mit Hilfe eines strikten Sanktionsregimes Ölimporte anderer Länder aus dem Iran auf Null reduzieren wollen, sagte ein ranghoher Beamter des US-Außenministeriums am Dienstag in Washington. Ziel sei der 4. November.

"Wir werden in etwa einer Woche mit unseren Partnern im Nahen Osten in Kontakt treten, im sicherzustellen, dass das weltweite Ölangebot nicht betroffen sein wird", betonte er.

USA drohen Abweichlern ebenfalls mit Sanktionen

Die USA seien sich im Klaren, dass dies bei den US-Verbündeten nicht nur auf Zustimmung stoßen werde, besonders bei Öl-Importeuren.

"Der Grund, warum sie es dennoch machen werden, ist ihre Beziehung zu uns", betonte er. Gegen Staaten, die dem nicht Folge leisteten, würden ab dem 4. November Sanktionen verhängt,

US-Firma Harley-Davidson reagiert auf Strafzölle - aber anders als erwartet.

Grundsätzlich seien alle Länder betroffen, es stünden Gespräche unter anderem mit China, Indien und der Türkei bevor.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran erklärt, obwohl die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt, dass Teheran die 2015 getroffene Vereinbarung einhält.

Trumps Alleingang gegen das Atomabkommen

Neben den USA waren auch Deutschland sowie die UN-Vetomächte China, Russland, Großbritannien und Frankreich direkt am Zustandekommen des Abkommens beteiligt.

Außer den USA sind die anderen Vertragspartner entschlossen, an dem Abkommen festzuhalten.

Zugleich gab Trump im Mai bekannt, dass die massiven Wirtschaftssanktionen gegen den Iran wieder in Kraft treten würden.

Internationalen Unternehmen drohen Strafen, wenn sie sich nicht innerhalb von 180 Tagen aus dem Iran zurückziehen.

Flugzeugbauer Boeing, Frankreichs Energieriese Total und die dänische Reederei Maersk haben ihren Rückzug aus dem Iran bereits angekündigt, ebenso der französische Autobauer PSA.

Trump hatte in den vergangenen Tagen von ersten Erfolgen der Politik gesprochen, die der Beamte des Außenministeriums als "Strategie des maximalen ökonomischen Drucks" bezeichnete.

"Der Iran ist ein anderes Land, seit wir ausgestiegen sind", sagte Trump. Teheran habe sein aggressives Verhalten in der Region bereits geändert.

Nach Überzeugung des Außenministeriums bekommt die Regierung in Teheran auch den Druck aus der eigenen Bevölkerung über die wirtschaftliche Situation zu spüren.

Die Menschen im Iran seien es leid, ständig die Folgen der Politik elitärer Kleriker ausbaden zu müssen. (mwo/dpa/afp)