US-Verteidigungsminister Chuck Hagel räumt seinen Posten nach nicht einmal zwei Jahren im Amt. US-Präsident Barack Obama hat dies am Montag in Washington bestätigt.

Die "New York Times", die zuerst von dem Rücktritt berichtete, bezeichnet den 68-Jährigen als erstes hochrangiges "Opfer" der jüngsten Kongresswahlen, bei denen die Republikaner die Mehrheit in beiden Parlamentskammern gewonnen haben. Hagel ist der einzige Republikaner im engeren Sicherheitsteams Obamas, der den Demokraten angehört.

Die "New York Times" bezieht sich auf einen ranghohen Regierungsvertreter. Dieser betonte gegenüber der Zeitung, dass Hagel nicht gefeuert worden sei. Der Präsident und der Verteidigungsminister hätten bereits vor zwei Wochen über die Zukunft von Hagel gesprochen, heißt es weiter.

Rücktritt hat offenbar auch mit IS-Strategie zu tun

Nach Angaben der Zeitung geht es bei dem Rücktritt auch um die richtige Strategie im Kampf gegen die Terrormilizen Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Im Weißen Haus gebe es die Auffassung, zur Bekämpfung des IS würden jetzt "andere Fähigkeiten benötigt, als sie Hagel in das Amt brachte", schreibt die Zeitung.

Bereits kürzlich drangen Differenzen über das rechte Vorgehen der USA in Syrien aus dem Weißen Haus. US-Jets bombardieren zwar seit über drei Monate Fahrzeuge und Stellungen der radikalen Sunnitenmiliz - durchgreifende Erfolge wurden aber bisher nicht bekannt. Strittig ist dabei auch, wie man syrische Rebellen stärker in ihrem Kampf gegen die Assad-Diktator in Damaskus unterstützen könnte. Hagel hatte erst kürzlich darauf beharrt, es gebe keine Strategieänderung.

Hagel ist einer der ganz wenigen Republikaner, der sich in der Vergangenheit skeptisch zum Irakkrieg geäußert hatte. Zu seinen Hauptaufgaben als Pentagonchef gehörten der Abzug der US-Kampftruppen aus Afghanistan sowie die Umsetzung von Sparzwängen im Verteidigungshaushalt.

Unklar war am Montag, wen Obama als Nachfolger ernennen wird. Laut "New York Times" kommen offenbar mehrere Kandidaten in Betracht. Ganz oben auf der Liste der top-Kandidaten stünden Michèle Flournoy, Senator Jack Reed, Ashton B. Carter.

(far/dpa)