Die Eskalationsspirale dreht sich ungebremst weiter: Im Handelsstreit zwischen den USA und China wollen die Amerikaner nachlegen. Ab 23. August werden zusätzliche Zölle auf insgesamt 279 chinesische Produkte fällig. Die Reaktion aus Peking dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

Mehr aktuelle Wirtschafts-Nachrichten finden Sie hier

Die Sorge vor einer Eskalation des Handelsstreits hat den Warenverkehr zwischen China und den USA weiter beflügelt.

Laut Pekinger Zollverwaltung legten die Exporte des Landes in die USA im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,2 Prozent auf 41,5 Milliarden US-Dollar zu. Die Importe aus den USA stiegen um rund 11,1 Prozent auf 13,4 Milliarden US-Dollar.

Ein Widerspruch, angesichts des sich immer weiter zuspitzende Handelsstreits zwischen beiden Ländern? Nein.

Beobachter führen die weiterhin starke Handelsaktivität darauf zurück, dass Unternehmen in beiden Ländern noch möglichst viele Geschäfte abwickeln wollen - bevor der Konflikt weiter eskaliert. Und danach sieht es nach wie vor aus.

Weißes Haus liefert neuen Zündstoff

Am Dienstag hat das Weiße Haus angekündigt, am 23. August weitere Zölle zu erlassen. Die Höhe soll bei 25 Prozent liegen, Waren im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar (ca. 13,8 Milliarden Euro) wären betroffen. Insgesamt geht es um 279 Produkte, darunter etwa Metalle, Schmierstoffe, Chemikalien und Elektronik.

Ziel der Strafzölle ist es nach Angaben des Büros von Trumps Handelsbeauftragtem Robert Lighthizer, auf die "unfairen Handelspraktiken Chinas" zu antworten - diese Argumentation ist von der Trump-Administration hinlänglich bekannt.

Bereits am 6. Juli hatten beiden Seiten gegenseitige Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe im Wert von jeweils rund 34 Milliarden US-Dollar in Kraft gesetzt.

China hat dabei unter anderem Sonderabgaben auf Autos aus den USA, aber auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte erhoben.

Peking zielt damit auf die Wählerschaft von US-Präsident Donald Trump im ländlichen Raum ab.

Peking kündigt Vergeltung an

Ein Ende des Streits ist nicht absehbar, denn es stehen weitere US-Zölle im Raum. So könnten Anfang September weitere Waren im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar mit Einfuhrbeschränkungen belegt werden.

Die vorläufige Liste hierfür umfasst Konsumgüter wie Möbel und Lebensmittel.

Peking hat bereits angekündigt, dann seinerseits zusätzliche Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar erheben zu wollen.

Mit den bereits in Kraft getretenen Strafzöllen vom Juli und den für August angekündigten Maßnahmen würden dann etwa die Hälfte aller Importe aus China mit Abgaben überzogen.

Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hat Trump auch damit gedroht, möglicherweise alle Importe aus China - im jahr 2017 hatten sie einen Gesamtwert von 500 Milliarden US-Dollar - mit Abgaben zu belegen.

Die USA und die EU hatten sich kürzlich darauf geeinigt, auf Sonderzölle zu verzichten. Beide Seiten wollen nun sogar Gespräche über die komplette Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter aufnehmen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stellte Trump zudem verstärkte Einfuhren von US-Soja in Aussicht. (szu)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • AFP

Donald Trump kommt nicht zur Ruhe. Der Wirbel nach seinem Auftritt mit Wladimir Putin hat sich noch nicht gelegt, da droht dem US-Präsidenten neues Ungemach von unerwarteter Seite. Die eigene Automobil-Branche läuft Sturm.