Seit Wochen ist William Barr mit dem Vorwurf konfrontiert, er führe sich rund um die Russland-Ermittlungen auf wie der persönliche Anwalt des Präsidenten und stelle vieles einseitig dar. Vor dem US-Kongress weist der Justizminister all das weit von sich. Doch vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses will er nun nicht mehr aussagen.

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US-Justizminister William Barr will nicht vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses über die Russland- Untersuchung aussagen. Das sagte der demokratische Vorsitzende des Justizkomitees, Jerry Nadler, am Mittwoch, vor Journalisten.

Barr sollte eigentlich am Donnerstagmorgen (Ortszeit) vor dem Gremium erscheinen. Das Justizministerium störte sich aber daran, dass die Demokraten Barr von Rechtsberatern befragen lassen wollten. Nadler zeigte sich äußerst wütend über Barrs Entscheidung und warf der Regierung vor, dem Kongress Bedingungen für eine Anhörung diktieren zu wollen. Der Demokrat kündigte zugleich an, dass er erreichen wolle, dass Sonderermittler Robert Mueller am 15. Mai vor dem Ausschuss erscheint.

Barr wegen Umgangs mit Mueller-Bericht in der Kritik

Barr steht wegen seines Umgangs mit Muellers Abschlussbericht erheblich in der Kritik. Am Mittwoch sagte der Minister vor dem Justizausschuss des Senats aus und verteidigte sein Vorgehen dabei. Die Demokraten kritisierten den Auftritt scharf und warfen ihm vor, er habe sein Amt ausgenutzt, um Trump zu schützen. Mehrere prominente Mitglieder der Partei forderten den Rücktritt des Ministers.

Hintergrund von Muellers Ermittlungen war die mutmaßliche Einmischung Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Der Sonderermittler hatte fast zwei Jahre lang untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam geheime Absprachen mit Vertretern Russlands getroffen hat und ob der US-Präsident die Justizermittlungen behinderte. Ende März hatte Mueller seine Arbeit abgeschlossen und Barr einen vertraulichen Bericht übergeben. Am 24. März legte Barr zunächst eine vierseitige Zusammenfassung dazu vor. Erst Mitte April machte er eine in Teilen geschwärzte Version des kompletten Berichts publik. (mgb/dpa)

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