Frontalangriff auf Robert Mueller: Das Trump-Team beschuldigt den Sonderermittler in der Russland-Affäre, widerrechtlich gehandelt zu haben. Offenbar geht es um E-Mails, die Mueller angefordert hat. Deren Beweiskraft könnte nun angezweifelt werden.

In der Russland-Affäre geht das Trump-Lager offenbar in die Offensive. Ein Anwalt des damaligen Übergangsteams hat Sonderermittler Robert Mueller in einem Brief an Kongressgremien beschuldigt, sich widerrechtlich Tausende E-Mails für seine Untersuchungen beschafft zu haben.

Mueller geht vor dem Hintergrund der Vorwürfe russischer Wahlbeeinflussung der Frage nach, ob es zwischen dem Trump-Wahlkampflager und Moskau Absprachen gegeben hat. US-Präsident Donald Trump weist das entschieden zurück.

Nach einem Bericht der "Washington Post" vom Sonntag geht es um Kommunikationen zwischen dem Team aus der Übergangszeit zwischen der Wahl im November 2016 und Trumps Amtsantritt Ende Januar 2017.

Trump-Anwalt: Unterlagen widerrechtlich beschafft

Sie seien Mueller auf dessen Ersuchen hin von der General Service Administration (GSA) zugeleitet worden, die US-Behörden bei der Verwaltung unterstützt und seinerzeit dem Trump-Übergangsteam Arbeitsräume zur Verfügung gestellt hat.

Kory Langhofer, Berater von Trumps Stab in der Übergangsphase, argumentiert nun, dass es sich bei den E-Mails nicht um offizielle Regierungsdokumente handelt, sondern um private Kommunikationen, da Trump damals noch nicht Präsident gewesen sei.

Mueller habe sich die Unterlagen ohne die nötigen Vollmachten beschafft, und die GSA hätte sie nicht ohne Weiteres herausgeben dürfen, so der Anwalt.

Rechtsexperten vermuten, dass mit der Beschwerde die Grundlage für eine Anfechtung etwaiger Beweise gelegt werden soll, die aus der Auswertung der Kommunikationen resultieren könnten.

Muellers Ermittlungen haben bereits zu vier Anklagen geführt, so gegen Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps früheren Sicherheitsberater Michael Flynn.

Wer ist als nächster dran? Nach der Anklage gegen Flynn und dessen Schuldeingeständnis in der Russland-Affäre richtet sich das Augenmerk zunehmend auf Trumps Schwiegersohn Kushner. Der Präsident selbst löst mit einem Tweet neuen Wirbel aus.


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