Donald Trump hat eine neue Afghanistanstrategie angekündigt und eine Verstärkung des US-Engagements in Aussicht gestellt. Die Reaktion der Taliban folgt prompt. Sie kündigen an, einen "heiligen Krieg bis zum letzten Atemzug" zu führen.

Die radikalislamischen Taliban haben als Reaktion auf die neue Afghanistanstrategie von US-Präsident Donald Trump angekündigt, einen "heiligen Krieg bis zum letzten Atemzug" führen zu wollen.

Mehr Informationen zu den USA unter Präsident Donald Trump

Trump hatte am frühen Dienstagmorgen in einer Ansprache an die Nation eine Verstärkung des US-Engagements in Afghanistan in Aussicht gestellt, allerdings äußerte er sich weder über eine Aufstockung von US-Truppen noch über die Länge des Militäreinsatzes am Hindukusch.

Man werde die Taliban daran hindern, Afghanistan zu übernehmen, sagte Trump. Die US-Truppen in Afghanistan erhielten künftig größere Freiheiten, um Terroristen und international agierende kriminelle Netzwerke ins Visier zu nehmen.

Talibansprecher Sabiullah Mudschahid schrieb in einer Email an Medien, solange auch nur ein US-Soldat im Land sei, würden die Taliban ihren "Dschihad mit Entschlossenheit" fortsetzen. "Wir werden ihnen (den Soldaten) Angst machen und ihrer Regierung die Realitäten in diesem Land zeigen."

Die Taliban seien nicht kampfesmüde. Sollten die USA nicht abziehen, werde Afghanistan zu ihrem Friedhof werden.

Nato steht hinter Donald Trump

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte das Bekenntnis Trumps zum Kampf gegen die Taliban. Das Bündnis stehe weiter uneingeschränkt zu dem Land, kommentierte Stoltenberg am Dienstag.

Es bleibe das Ziel der Nato, dass Afghanistan nie wieder ein sicherer Rückzugsort für Terroristen werde, die Alliierte oder deren Partner angreifen wollten.

Mehr als 15 Länder wollen Truppen aufstocken

Stoltenberg erinnerte zugleich daran, dass der Afghanistaneinsatz der Nato gestartet worden war, um die USA nach den Anschlägen im September 2001 im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen.

Zudem wies er darauf hin, dass sich in den vergangenen Wochen bereits mehr als 15 Länder dazu bereit erklärt hätten, die Zahl ihrer Truppen für den Afghanistan-Einsatz der Nato noch einmal aufzustocken.

Nach Angaben der Nato sind derzeit etwa 12.400 Soldaten im Einsatz, um afghanische Sicherheitskräfte auszubilden und zu beraten. Angesichts der angespannten Sicherheitslage sollen es im kommenden Jahr eigentlich rund 15.800 werden.

Grünen-Politiker: "Trumps Rede ist fatal"

Die Grünen befürchten derweil, dass die USA zu einer weiteren Eskalation in Afghanistan beitragen werden. "Trumps Rede ist fatal für die Lage in Afghanistan", sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn Trump "Angriff" sage, sei eine brachiale "Hau-drauf-Strategie" zu erwarten, etwa mit einem erneuten Einsatz der "Mutter aller Bomben".

Die USA hatten im vergangenen April eine mutmaßliche Kommandozentrale der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit einer Riesenbombe vom Typ GBU-43 angegriffen.

In den vergangenen Jahren seien die zahlreichen zivilen Opfer in Afghanistan "eines der Haupthindernisse für die Schaffung von Vertrauen in die Staatlichkeit und für Sicherheit" gewesen, sagte Nouripour. (dpa/tfr)